Wallanlage vor der Sanierung

Das Landesamt für Archäologie unterstützt das Vorhaben in Friedrichsgrün. Bäume müssen gefällt und der Uferbereich soll gesichert werden.

Reinsdorf.

Die frühmittelalterliche Wallanlage "Wohlteich" im Reinsdorfer Ortsteil Friedrichsgrün soll instand gesetzt werden. Darauf haben sich Gemeindeverwaltung und Vertreter des Landesamtes für Archäologie geeinigt. Deshalb werden dort Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos) zufolge in den nächsten Monaten abgestorbene Bäume entfernt, die im Anschluss durch Neuanpflanzungen ersetzt werden sollen.

Der "Wohlteich" ist laut Ludwig eine der besterhaltenen Wallanlagen in der Region Südwestsachsen. Eigentlich komme das Wort "Waalteich" aus dem frühen Mittelalter und bezeichne eine mit Wasser umgebene kleine Burganlage. "Die inselförmige Bebauung diente niedrigerem Adel als Behausung oder als Wehranlage beziehungsweise Vorwerk", so der Bürgermeister. Meist war die kleine Insel inmitten des Teiches nur mit einem Gebäude bebaut. Der umschließende wassergefüllte Graben diente als Schutz vor Angreifern und hatte zusätzlich noch einen positiven Effekt: In ihm wurden Fische gehalten, die für die Bewohner eine Ernährungsgrundlage bildeten. Solche oder ähnliche Anlagen gab es in der Umgebung reichlich.

"Die historisch wertvolle Anlage in Friedrichsgrün ist nicht nur ein schützenswertes Denkmal, sie gibt auch heute noch wichtige Hinweise zur Besiedlungsgeschichte unserer Region", sagt Ludwig. Die Teichanlage werde seit Jahren von einem privaten Pächter mit viel Engagement bewirtschaftet. Zur Sicherung des Ufers, das im Laufe der Jahre unterspült wurde, soll in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Archäologie ein Eingriff zur Verdichtung des Uferbereiches erfolgen.

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