Wandeln auf den Spuren der Zwickauer Bergbaugeschichte

Zu einer Wanderung durch das am stärksten frequentierte Gebiet des ehemaligen Zwickauer Steinkohlenbergbaus hatte am Sonnabendvormittag der Erzgebirgszweigverein Zwickau eingeladen. Über 40 Interessenten nahmen an der geführten Tour teil.

Zwickau.

Die Bockwaer Senke zählt mit Sicherheit zu den bemerkenswertesten Zeugnissen der Zwickauer Bergbaugeschichte. Um mehr darüber zu erfahren, trafen sich am Sonnabend über 40 heimatkundlich interessierte Frauen und Männer an der Matthäuskirche zu einer geführten Wanderung entlang des im September 1996 eröffneten Bockwaer Bergbau-Lehrpfades.

Dazu eingeladen hatte der Erzgebirgszweigverein Zwickau. "Da die letzte derartige Tour schon einige Jahre zurückliegt, bot es sich einfach an, wieder einmal eine doch recht stadtnahe Wanderung ins Programm zu nehmen. Hinzu kommt, dass wir als Verein natürlich auch immer wieder regionale Bergbautraditionen aufleben lassen und den Leute nahebringen wollen", sagte der 71-jährige Harald Lehnert, seit 2018 Vorsitzender des Erzgebirgszweigvereines Zwickau.

Fachkundige Unterstützung gab es vom Steinkohlenbergbauverein Zwickau. Der wollte am Sonnabend ursprünglich auch den Wanderwanderführer stellen. Aus persönlichen Gründen funktionierte das jedoch nicht. Dafür sprang Helmar Sittner, Vorsitzender des Heimatvereines Reinsdorf, in die Bresche. "Unter befreundeten Vereinen ist das eine Selbstverständlichkeit. Allerdings habe ich ganz bewusst eine kleine Planänderung vorgenommen. Denn obwohl es über die Bockwaer Senke aufgrund der enormen Geländeabsenkungen und bis heute sichtbaren Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel und die dortigen Gebäude zu berichten gibt, ist der Bockwaer Lehrpfad für so eine Wanderung einfach zu kurz", argumentierte der 60-Jährige. Deshalb führte er seine Zuhörer weiter in Richtung Vielau und zum Bergbauaussichtspunkt Wilhelmshöhe. "Auf diese Weise kann ich die Ursprünge des Bergbaus auf Reinsdorfer Flur mit in meine Erläuterungen einfließen lassen. Immerhin wurde dort um das Jahr 1500 herum erstmals Steinkohle gefunden." 1805 habe es bereits sieben Schächte mit Teufen von 8 bis 24 Metern gegeben. Und schon ab 1820 waren die "Reinsdorfer Kohlebauern" immer erfolgreicher und erwiesen sich für die Besitzer der Zwickauer Kohlenschächte als ernsthafte Konkurrenten.

Die Wanderung fand Gefallen. Ebenso wie Günter (80) und Ingrid Halm (81) gehörten auch viele andere Teilnehmer an der etwa neun Kilometer langen Tour nicht dem Erzgebirgszweigverein an. "Wir selbst bewegen uns zwar sehr oft in der Natur, finden dieses Angebot aber besonders gut. Bei geführten Wanderungen kann man eine ganze Menge erfahren, was man sonst vielleicht erst nachlesen müsste. Hinzu kommt der große Vorteil, dass man im Fall der Fälle auch gleich noch die eine oder andere Frage stellen kann", so Günter Halm.

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