War der Mann wütend auf Schüler?

Nach dem Zwischenfall im Lessinggymnasium in Hohenstein-Ernstthal gibt es Spekulationen zum Motiv des Täters.

Hohenstein-Ernstthal.

Nach dem Zwischenfall im Lessinggymnasium in Hohenstein-Ernstthal vom Montag befindet sich der Täter weiter in Gewahrsam. Wie Christian Schünemann, Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Zwickau, am Dienstag mitteilte, wurde der 30-jährige Mann nach einer ersten Vernehmung in einer medizinischen Einrichtung untergebracht.

Am Montagmittag hatte der Mann, der offenbar aus dem Drogenmilieu stammt, das Lessinggymnasium in der Innenstadt von Hohenstein-Ernstthal betreten und Schüler und Lehrer, die ihm über den Weg liefen, verbal massiv beleidigt. Dann suchte der sichtlich aufgebrachte Mann das Sekretariat auf und drohte den dort anwesenden Lehrern mit Gewalt, wie es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Zwickau vom Montagabend hieß.

Der 30-Jährige wohnt in unmittelbarer Nähe der Schule. Aus dem Umfeld des Gymnasiums wurde inzwischen bekannt, dass er sich über Schüler aufgeregt haben soll, die an einer Bushaltestelle vor seinem Wohnhaus angeblich gelärmt und eine Schneeballschlacht veranstaltet haben sollen. Die Polizei hat das aber noch nicht bestätigt.

Als Grund für die Unterbringung in eine Klinik nannte Polizeisprecher Schünemann den psychischen Zustand des Mannes. Laut Polizei ermittelt jetzt die Kripo gegen ihn wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) zur "Freien Presse": "Ich bin froh, dasssich herausgestellt hat, dass offenbar keine ernsthafte Gefahr bestand."

Nachdem der Hohenstein-Ernstthaler die Schule verlassen hatte, löste die Polizei eine Großfahndung aus. Sie rückte mit einem Großaufgebot an, viele Polizisten trugen Maschinenpistolen. Mehrere Streifenwagen waren mit Blaulicht durch die Innenstadt gejagt, zum Teil entgegengesetzt in Einbahnstraßen. Der Gesuchte wurde in der Nähe seiner Wohnung festgenommen.


Kommentar: Schade,schade

Man weiß am Anfang gar nicht, was trauriger ist: Die Tatsache, dass es das Schlossspektakel im Glauchauer Schloss nicht mehr geben wird, oder der Umstand, dass die Stadt darüber nicht reden will. Einigen wir uns darauf: Es ist doppelt schade.

Es mag an unterschiedlichen Auffassungen über das Niveau liegen, wie hier und da kolportiert wird. Aber allein das touristische Potenzial, dass das überregional bedeutsame Mittelalter-Event für die Stadt mitbrachte, und der Name, den sich Glauchau 25 Jahre lang in der Szene gemacht hatte, sind nun futsch. Und was als Reparatur folgen soll, bleibt derzeit noch offen. Wenn man mit dem Niveau einer Veranstaltung nicht zufrieden ist, muss man sie verbessern oder aber ganz weglassen. Die Stadt Glauchau hat sich klammheimlich für letztere Variante entschieden.

Dass sie dafür aber keine öffentlichen Begründungen und Argumente liefert und am liebsten gar nicht darüber informieren will, ist höchst unverständlich. Denn so haben die Einwohner keinerlei Chance, die Entscheidung nachzuvollziehen. Das nennt man auch Trennung der Kommunalpolitik vom Bürger.

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