Warum volle Tonnen stehen bleiben

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Irritierte Einwohner rufen derzeit zu Hunderten im Abfallamt an. Grund ist eine Besonderheit im Kalender.

Landkreis.

Die Mitarbeiter des Zwickauer Abfallwirtschaftsamtes haben in dieser Woche vor allem eines gemacht: telefoniert. Wie Kreissprecherin Ilona Schilk auf Anfrage mitteilte, gingen in dieser Woche allein von Montag bis Donnerstag etwa 1500 Anrufe bei der Hotline des Amtes ein. Etwa die Hälfte der Anrufer hatte Fragen zum Leerungs- turnus der Mülltonnen.

Wer gerade mit offenen Augen im Landkreis unterwegs ist, sieht nämlich Folgendes: An vielen Straßen warten volle Tonnen auf ihre Leerung, und das zum Teil bereits seit mehreren Tagen. Ein Beispiel ist die Niclaser Straße in Lichtenstein. "Da stehen auf beiden Seiten blaue Tonnen", berichtet eine Anwohnerin. "Die Leute dachten wohl, sie würden am Donnerstag geleert. Aber am Freitag standen die vollen Tonnen noch immer dort." Ähnliches berichten Anwohner aus der Zwickauer Nordvorstadt. Auch dort sind die blauen Tonnen für Papier und Pappe betroffen - die nach Weihnachten besonders gut gefüllt sind, weil die Verpackungen der Geschenke und Pakete entsorgt werden müssen. In vielen Fällen ist die Kapazität der Tonnen bereits erschöpft. "Ich muss das Papier jetzt in der Wohnung zwischenlagern", sagt ein Zwickauer.

Das Problem ist auf eine Besonderheit des Kalenders zurückzuführen. Das Jahr 2020 hatte nicht wie üblich 52, sondern 53 Kalenderwochen (KW), was alle fünf bis sechs Jahre vorkommt. Mit der 53. KW 2019 und der 1. KW folgten zwei ungerade Kalenderwochen aufeinander. Bei Abfalltonnen mit 14-tägigem Leerungsrhythmus sind die genauen Termine davon abhängig, ob es sich um eine gerade oder ungerade Kalenderwoche handelt. So kommt es, dass zum Beispiel blaue Tonnen in Lichtenstein (gerade KW) erst nach drei Wochen wieder geleert werden, während Restmüll (ungerade KW) an zwei aufeinander folgenden Wochen abgeholt wurde. Davon wurden viele Einwohner offenbar überrascht.

Hätte der Landkreis da nicht flexibel reagieren können? Die Behörde habe das zum Teil getan, sagt Sprecherin Schilk. In dicht bebauten Gebieten habe es zusätzliche Touren für Restmüll und Papier gegeben. Zudem habe die Behörde auf ihrer Internetseite und per Pressemitteilung rechtzeitig über die doppelte ungerade KW informiert, auch die "Freie Presse" berichtete. Das gesamte System wollte der Landkreis wegen der kalendarischen Besonderheit aber nicht umschmeißen. Schilk: "Die Beibehaltung des Tourenplanes war systembedingt notwendig."

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