Was Westsachsen bewegte

Täglich erscheinen auf der "Freie Presse"-Webseite neue Geschichten und Nachrichten aus dem Landkreis. Drei davon haben in diesem Jahr besonders viele Internetnutzer beschäftigt.

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Es ist ein besonders tragisches Ereignis, das in diesem Jahr zahllose Menschen in Westsachsen und darüber hinaus bewegte. Am Abend des 24. Mai endet die 15. AvD-Sachsen-Rallye in der Region Zwickau bereits kurz nach dem Start. Nachdem der 48-jährige Renault-Pilot Kai Günther und sein Co-Pilot Sebastian Walker (44) zwischen Leutersbach und Lauterhofen bei Kirchberg tödlich verunglücken, entschließen sich die Teilnehmer dazu, die Rallye abzubrechen. Kurz darauf, am späten Freitagabend, laufen in bedrückter Stimmung die Abbauarbeiten der Teams in der Zwickauer Innenstadt.

Der Unfall ereignet sich kurz nach dem Start der ersten Wertungsprüfung. Pilot Kai Günther aus dem erzgebirgischen Lößnitz verliert auf einem schnellen Bergstück am Ortsausgang Lauterhofen in Richtung Wolfersgrün die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Renault Clio kommt nach links von der Fahrbahn ab und prallt etwa 200 Meter nach einer Kuppe mit der Fahrerseite gegen einen Baum. Kai Günther erliegt noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Sein Co-Pilot Sebastian Walker aus Trittau in Schleswig-Holstein wird mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen, wo auch er kurze Zeit später verstirbt.

Der Schock sitzt tief. Im Laufe des Abends erfährt die "Freie Presse", dass sich die Teilnehmer gemeinschaftlich zum Abbruch des Rennens entschlossen haben. Ruben Zeltner aus Lichtenstein, fünffacher Gesamtsieger der Sachsen-Rallye, hält dies für die einzig richtige Entscheidung: "Bei mir war sowieso klar, dass ich nicht weiterfahre. Aber auch alle Fahrerkollegen haben sich sofort so entschieden", sagt der 60-Jährige kurz nach dem Unfall zu der Entscheidung der Fahrer.

Kai Günther hinterlässt eine große Lücke in der Sportwelt. Er war nicht nur Fahrer, sondern sponserte mit seiner Firma Foliluchs unter anderem das Team von Ruben Zeltner. Zudem war Kai Günther langjähriger Sponsor und ehemaliges Aufsichtsratsmitglied des Fußball-Drittligisten FSV Zwickau. Der Verein kondoliert noch am 24. Mai via Facebook.

Rund ein halbes Jahr nach dem Unfall verweist der Rallye-Veranstalter bei der Frage nach der Ursache auf die Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen zu dem Unfall aufgenommen hatte. Eine Antwort auf eine Anfrage der "Freien Presse" zum Sachstand steht noch aus. Ein Rallye-Sport-Kenner erklärt, dass eine technische Ursache in der Szene ausgeschlossen wird.

Laut Mathias Mahrholz, Sprecher des Veranstalters, soll Westsachsen auch im kommenden Jahr Austragungsort der Sachsen-Rallye sein. Im Januar sollen dazu Gespräche mit den Gemeinden laufen.

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