Weniger Gläubige: Kirche reagiert

Die Strukturveränderungen in der Landeskirche haben auch Auswirkungen auf Zwickau. Drei bisher eigenständige Gemeinden werden sich zum Jahresbeginn vereinigen.

Zwickau.

Die evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Zwickaus erhalten mit Wirkung zum 1. Januar neue Strukturen. Die bisherigen Gemeinden Zwickau-Auerbach, Nicolai und Paulus schließen sich zur "Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchgemeinde Zwickau" zusammen. Das erst vor wenigen Jahren gegründete Kirchspiel Nord, zu dem die Gemeinden Mosel, Crossen, Weißenborn, Moritz- und Lutherkirche gehören, bleibt im Moment von größeren Veränderungen unberührt. Allerdings kommt dort die Kirchgemeinde Eckersbach hinzu.

"Die drei an dem Zusammenschluss beteiligten Kirchenvorstände haben diesen gemeinsamen Weg zunächst mit großer Zurückhaltung beschritten", erklärt Pfarrer Anselm Meyer. "Aber als Verantwortungsträger unserer Gemeinden müssen wir uns den von uns nicht selbst gesuchten Herausforderungen stellen. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich diese notwendigen Veränderungen auf den deutlichen Rückgang von Gemeindegliedern gründen und keine Sparmaßnahme um des Sparens Willen sind."

Gemeindefusionen standen sachsenweit schon seit Jahren im Raum. Im Mai 2018 hatte das Landeskirchenamt seine Vorgabe aus einem Planungspapier aus dem Jahr 2016 erneuert, wonach eine Struktureinheit mindestens 4000 Gemeindemitglieder aufweisen muss, um genehmigungsfähig zu sein. Unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen war darauf zu achten, dass die vorgegebenen Zahlen auch 2025 noch erreicht werden. Bei der neuen Stadtkirchgemeinde dürfte das der Fall sein. Aktuell gehören ihr in Zwickau-Auerbach 660, in Nicolai 1911 sowie in Paulus 1754 Kirchengemeindemitglieder an. Drei Pfarrstellen sind für die unmittelbare Gemeindearbeit zugeordnet, derzeit aber nur 1,5 Stellen personell besetzt.

Ob die mit Jahresbeginn wirkenden zwei Zwickauer Einheiten von Dauer sind, steht noch nicht fest. Pfarrer Meyer: "Dazu hat sich das Landeskirchenamt nicht eindeutig festgelegt. Allerdings wurde im Zusammenhang mit der Genehmigung der beiden Struktureinheiten erklärt, dass dazu im Zeithorizont der nächsten fünf Jahre neu geprüft und gegebenenfalls dann auch neu entschieden wird." Zunächst aber liege der Schwerpunkt der Arbeit darauf, die gesamte Gemeindearbeit so zu entwickeln, dass die Menschen in den jeweiligen Gemeindeteilen weiter eine Beheimatung für ihr Leben und ihren Glauben "um ihren Kirchturm herum" finden. "Es wird in den nächsten Monaten viel Kraft und Zeit brauchen, um das zukünftige gemeinsame Gemeindeleben zu planen und mit Leben zu füllen. Andererseits sollen die Gemeindemitglieder aber auch die neuen Möglichkeiten entdecken, die nur in einer größeren Gemeinschaft von Christen machbar sind", so Pfarrer Meyer.

Der erste gemeinsame Gottesdienst der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchgemeinde Zwickau findet am 1. Januar, 17 Uhr in der Pauluskirche am Pauluskirchplatz in Marienthal statt. Aufgeführt wird dabei die Kantate IV aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...