Wenn die Sommerhitze Patienten ins Krankenhaus bringt

Schwindel, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche - das Wetter macht teilweise krank. Betroffen sind neben Produktionsarbeitern vor allem ältere Menschen.

Zwickau.

Bundesweit mehren sich Meldungen, wonach durch die gegenwärtige Hitze gesundheitliche Beschwerden zunehmen. Die Paracelsus-Kliniken Reichenbach und Zwickau verzeichnen derzeit nur einen leichten Anstieg von Kreislaufpatienten. Die Anzahl habe um fünf bis zehn Personen am Tag zugenommen. Das Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum nannte keine Zahlen. Die Patienten haben zumeist Kopfschmerzen und Schwindel - was eine erhöhte Sturzgefahr bedeutet - einen schwachen Kreislauf oder einen leichten Sonnenbrand.

Gesundheitliche Einschränkungen verspüren nicht nur ältere Menschen. Auch Plasma- und Blutspender müssen unmittelbar nach der Spende behandelt werden. "Sie unterschätzen die Beeinträchtigungen durch die Hitze und trinken zudem viel zu wenig bei dieser Belastung", sagt Paracelsus-Sprecherin Isabell Georgi. Viel trinken und nur kurze Aufenthalte in der Sonne seien die besten Schutzmaßnahmen vor Austrocknung und Sonnenstich. Die Einrichtung selbst unterstützt ihre Mitarbeiter in den heißen Tagen und spendiert ihnen Wasser.

Auch Internist Björn Gessner aus Werdau hat dieser Tage mehr Patienten. "Neben Patienten mit Sonnenstich sind es vor allem Berufstätige, die in Hallen arbeiten, wo sich die Hitze staut", sagte Gessner. Neben reichlich Flüssigkeit rät er den Menschen in Produktion und Verwaltung, mehr als sonst Pausen einzulegen oder die Arbeitszeit entsprechend anzupassen.

Einen direkten Anspruch auf "hitzefrei" gibt es allerdings nicht. Das wäre bei der diesjährigen lang anhaltenden Hitzeperiode ohnehin betriebs- und volkswirtschaftlich kontraproduktiv. Allerdings fordert die Arbeitsstättenverordnung die Arbeitgeber im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht auf, ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Celsius für kühlere Arbeitsplätze zu sorgen. Das können Lüfter, reflektierende Vorrichtungen an den Fenstern oder Sonnenschutzverglasungen sein. Werden 35 Grad Celsius überschritten, sollte ein Raum nicht mehr als Arbeitsraum gebraucht werden.

Solche Maßnahmen hat das städtische Senioren- und Seniorenpflegeheim Zwickau bereits vor Jahren ergriffen. Dort, wo die Sonne so richtig anliegt, seien bereits vor Jahren Jalousien innen und außen angebracht worden. Zudem würden Räume mit Ventilatoren gekühlt. "Die Hitze ist besonders für die bettlägerigen Bewohner belastend", sagt Prokurist Torsten Dittberner. Das Heim mit insgesamt 708 Bewohnern in sieben Häusern erhält regelmäßig Informationen vom Wetterdienst und plant danach weitere Maßnahmen. Zudem würden bei Risikopatienten regelmäßig der Allgemeinzustand einschließlich der Vitalwerte wie Blutdruck oder Blutzucker überprüft. Für die 500 Mitarbeiter in Pflege und Service gibt es kostenlos Kaltgetränke.

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