Wer will mit dem großen "Ago" ein Glas Wein trinken?

Er war der größte Rennfahrer aller Zeiten: der Frauenschwarm aus Italien, der elfmal auf dem Sachsenring gewann. Zum 90. Geburtstag der Strecke kehrt er an die Stätte seiner Erfolge zurück.

Hohenstein-Ernstthal.

Giacomo Agostini war ein Frauenschwarm. Bezauberndes Lächeln, schwarze Locken. Die Damenwelt war hin und weg, wenn der Draufgänger aus Italien in Hohenstein-Ernstthal war. Noch 2007, als er dem Sachsenring zum vorerst letzten Mal - inzwischen als Rentner - einen Besuch abstattete, ließen sich die Grid-Girls begeistert mit ihm ablichten.

"Ago", der größte Motorrad-Rennfahrer aller Zeiten. Was seinen Ruhm und seine Popularität betrifft, kann man ihn getrost mit dem brasilianischen Fußball-Helden Pelé vergleichen. Im kommenden Jahr kehrt der 15-fache Weltmeister nach Hohenstein-Ernstthal zurück: Agostini wird an der Sachsenring Classic (16. bis 18. Juni) teilnehmen. "Und in Hohenstein-Ernstthal seinen 75. Geburtstag feiern", sagt Lutz Oeser, Eventmanager beim Veranstalter ADAC Sachsen. Dabei planen die Organisatoren einen besonderen Coup. Bei einer großen Gala, die am Samstag des Veranstaltungswochenendes stattfinden soll, kann man mit Giacomo Agostini gemeinsam am Tisch sitzen, zu Abend essen und ein Glas Wein trinken. Natürlich müssen Interessenten das nötige Kleingeld mitbringen. Lokalität und Preise für die besondere Gala stehen noch nicht fest. Lutz Oeser: "Möglicherweise geht für viele ein langer Traum in Erfüllung." Giacomo Agostini gewann ab 1966 auf dem Sachsenring insgesamt elfmal. Nächstes Jahr wird der alte Kurs 90 Jahre. Der Veranstalter will dann mit "Ago" noch einmal an den Guthrie-Stein. An dieser Stelle verunglückte 1937 der Brite James Guthrie beim "Großen Preis von Deutschland" tödlich. Als Agostini 1997 anlässlich des 70. Sachsenring-Geburtstages in Hohenstein-Ernstthal weilte, besuchte er in der Stadt auch jene Stelle, an der am 12. Juli des Jahres 1969 Weltmeister Bill Ivy im Training mit seiner 350er-Jawa stürzte und wenig später starb. "Hier sind wir mit Vollgas durchgefahren. Wir müssen verrückt gewesen sein", soll Giacomo Agostini bei seinem Besuch vor knapp 20 Jahren gesagt haben.

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