Wie einer Bewegung lernt und lehrt

Das Geschenk seiner Tochter hat Peter Oettlers Leben verändert. Eine China-Reise überzeugt ihn endgültig von der heilsamen Wirkung fernöstlicher Mediationsübungen.

Langenweißbach.

Vor wenigen Tagen ist Peter Oettler aus dem chinesischen Jinzhong (im Osten der Provinz Shanxi ) zurückgekehrt. Beeindruckt berichtet der Langenweißbacher vom tiefgründigen Workshop mit Taiji-Bailong-Ball-Begründer Prof. Bai Rong und rund 70 internationalen Fachbesuchern.

Der 64-jährige schwärmt von den Menschen in städtischen Parks, die bereits morgens anmutig fließendes Taijiquan, Qi Gong, Mulan-Tänze, Kung Fu und Gesang üben. Der Delegationsteilnehmer der Taiji Bailong Ball Association begreift Körperertüchtigung und Gesundheitsvorsorge als Teil der chinesischen Kultur. Wie das Leben so spielt: "Bis Anfang 50 war Sport eher ein Fremdwort für mich", erzählt der gelernte Kfz-Mechaniker, der mit Ehefrau Gabi und fünf Kindern damals höchstens den Volleyball übers Netz schlug. Dann entdeckte er das "Racket" seiner jüngsten Tochter, die sich für das Geschenk ihrer Mutter nicht wirklich interessierte. Wesen und Wirkung jahrhundertealter chinesischer Übungen für besseres physisches und psychisches Wohlbefinden lassen ihn aufhorchen - und schließlich nicht mehr los. Taiji Bailong Ball hat einen neuen Aktiven gewonnen. Nach Ausbildungen zum Qi-Gong- und Taiji-Bailong- Ball-Lehrer folgt 2007 die Firmengründung "Im Kreislauf des Lebens". Mit Ball und Racket bringt er Schüler, Lehrer, Senioren, Patienten, Ärzte, Therapeuten und Veranstaltungen des Zwickauer Gesundheitsnetzes in Schwung. "Beim Taiji Bailong Ball geht es um Bewegung aus unserer Mitte", erläutert der Trainer. Die sanfte Dynamik löse Spannungen und ermögliche selbst Menschen mit Einschränkungen ein schmerzfreies Spiel. Dabei könnten Bewegungs-, Herz- und Atemrhythmus reguliert werden.


Immer weiter zieht Peter Oettler seine Kreise. Ab 2012 arbeitet er für Wellnesshotels in Brandenburg, Tirol und Niederösterreich, eignet sich Bewegungstherapie, Entspannungstechniken, Massagen an. Er, der Schmerz in Freude zu verwandeln vermag, erlebt Endlichkeit: Kurz vor Pensionierung und gemeinsamer Rückkehr ins Erzgebirgsvorland im März 2019 stirbt seine Ehefrau. Sie war es, die ihn stets ermutigte, Methoden, Grundlagen, Werte seiner Arbeit zu ergründen und Anwendungen weiterzuentwickeln. Auf der Basis gemeinsamer 35 Jahre blickt Peter Oettler nach vorn. In China beobachtete er, wie Menschen Verantwortung für sich übernehmen und beweglich bleiben möchten. Diese Idee will er "übersetzen" helfen. Er freut sich über neue Aufträge in Berlin, Bochum, Schneeberg und Sömmerda. "Mein Angebot mag nicht DIE Lösung für jeden sein", ist sich der Coach bewusst, "jedoch eines mit Spaßfaktor."

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