Wiesenburger will für Kranke da sein

Was sich offenbar nur wenige junge Leute zutrauen, hat Dominik Gerber geschafft. Mit dem internationalen Abitur ist er seinem Traum ein Stück näher.

Reinsdorf.

Kranke und pflegebedürftige Menschen liegen Dominik Gerber besonders am Herzen. Daher verwundert es wohl kaum, dass der 19-Jährige im Kirchberger Heinrich-Braun-Klinikum seit Anfang des Monats dem Personal unter die Arme greift. "Bevor ich Medizin studieren kann, muss ich ein Pflegepraktikum absolviert haben", sagt der Wiesenburger nicht ganz ohne Stolz. Immerhin gehört der junge Mann zu jenen ehemaligen Gym- nasiasten, die seit Donnerstagabend im Besitz des international anerkannten Abiturs sind.

"Es kann nicht schaden, wenn man einen zusätzlichen Leistungsnachweis vorweisen kann", sagt Gerber, den nicht nur seine Eltern täglich motivierten. Auch die Lehrer des Internationalen Gymnasiums hätten sehr gut gewusst, worauf es ankommt. "Die hatten einen Plan", erinnert sich der 1,87-Meter-Mann. Um neben dem sächsischen auch das internationale Abitur zu bestehen, musste er mehr Stunden als seine Mitschüler in die Bücher stecken, sogar mehrere Facharbeiten schreiben. Zudem erfolgte ein Großteil des Unterrichts in englicher Sprache. "Diese Fremdsprache hat mich eigentlich schon immer begleitet. Das ging schon im Kindergarten los", blickt Gerber zurück. Nicht zuletzt führte den jungen Mann vor Jahren eine Sprachreise ins südenglische Bournemouth, wo nicht nur im Unterricht, sondern auch mit den Gasteltern Englisch gesprochen wurde.

Wer sich mit dem Jugendlichen unterhält, merkt rasch, dass Gerber ein lebensfroher, heimatverbundener und unternehmungslustiger Mensch ist. Von Allüren keine Spur. "Wer viel lernt oder arbeitet, sollte sich um einen gesunden Ausgleich bemühen", sagt Gerber. Gleichwohl könne er eines nicht: "In den Tag hineinleben." Vielmehr müsse sein Tag schon eine gewisse Struktur aufweisen. Bleibt da überhaupt noch Zeit für Hobbies? "Auf jeden Fall", betont der junge Mann. So gehöre seine große Leidenschaft unter anderem den Motorrädern. Gemeinsam mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder, der ebenfalls die Reinsdorfer Privatschule besucht, habe er ein Moped vom Typ Simson S 51 N aufgebaut. Längst aber träumt Gerber von einer Ducati. Ein Motorrad, das seiner Auffassung nach echten Fahrspaß verspricht. Damit nicht genug: Zudem hat er den Tauchschein abgelegt. Er liebt es, "die eigenen Grenzen auszutesten". Dafür ist er in sämtlichen Kletterwäldern unterwegs.

Neben Gerber haben ebenso Marisa Hähnel (Mülsen), Anne Kathrin Wilhelm (Wiesenburg) und Madeline Hegewald (Reinsdorf) das internationale Abitur in der Tasche. Das Reinsdorfer Gymnasium hatte zum dritten Mal diesen anspruchsvollen Bildungsgang angeboten. Im Freistaat Sachsen gibt es nur fünf Gymnasien, die das internationale Abitur anbieten.

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