Wilkau-Haßlau: Mutter des toten Säuglings ermittelt

Wilkau-Haßlau. Gut zwei Monate nach dem Fund einer stark verwesten Babyleiche in Culitzsch bei Wilkau-Haßlau im Landkreis Zwickau ist die Mutter des Kindes identifiziert worden. Laut Staatsanwaltschaft Zwickau handelt es sich um eine 33-jährige Wilkauerin. Sie wurde vorläufig festgenommen und am Freitag einer Haftrichterin vorgeführt. Dort soll sie sich zum Tatvorwurf eingelassen haben, Details wurden vom Sprecher der Behörde nicht genannt. Die Ermittlungen gegen die Frau liefen wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags. Die 33-Jährige wurde in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz gebracht.

Ein Landwirt hatte am Abend des 1. Juni die eingewickelte Leiche eines Säuglings in Höhe der Bushaltestelle "Schweizerhaus" in Culitzsch beim Mähen auf einer Wiese entdeckt. Zunächst fand die Kripo heraus, dass es keinen Zusammenhang mit den noch ungeklärten Kindstötungen von 2011 in Schwarzenberg und 2013 im böhmischen Rotava gab. Vier Wochen nach dem Culitzscher Fund veröffentlichte die Polizei Fotos von einem Handtuch, einem Bettbezug und einem Kapuzenhandtuch, in die der tote Junge eingewickelt war, ferner von einer Strickjacke, die in der Nähe gefunden wurde. An den Wäschestücken hatte man DNA-Spuren sichern können, sagte Staatsanwalt Jürgen Pfeiffer. Schließlich habe man über Hinweise aus dem Einzelhandel die Käuferin der Textilien ausfindig machen können. Ihre DNA habe mit der an den Fundstücken übereingestimmt.

Wie das Kind zu Tode kam, dazu machte die Staatsanwaltschaft am Freitag keine Angaben. Es sei mindestens vier bis sechs Wochen vor dem Fund abgelegt worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass alle Organe voll ausgebildet waren und der Junge lebensfähig gewesen wäre. (gt)

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