Wird hier bald geparkt?

Nachdem klar ist, dass am Neumarkt kein Parkhaus entsteht, soll ein Ersatz her. Im Gespräch ist die Zentralhaltestelle.

Zwickau.

Der Weihnachtszirkus auf dem Platz der Völkerfreundschaft und die damit zeitweise wegfallenden Parkplätze am Rande der Innenstadt beschäftigen jetzt auch die Stadträte. Händler befürchten Umsatzverluste im Weihnachtsgeschäft, wenn von den etwa 1000Stellflächen bis zu 300 nicht zur Verfügung stehen. Stadtrat Michael Luther (CDU) wollte daher in der jüngsten Ratssitzung wissen, ob sie vorher informiert worden seien. Er erntete von Bürgermeister Bernd Meyer (Die Linke) ein knappes "Nein".

Doch Mitglieder der CDU-Fraktion wollen jetzt gemeinsam mit den Händlern nach mittelfristigen Lösungen suchen. Friedrich Hähner-Springmühl (CDU) hatte bereits vor einiger Zeit ein Parkhaus auf dem Gelände der Zentralhaltestelle ins Spiel gebracht, sobald diese abgerissen ist. "Damit könnten dauerhaft mehrere hundert Parkflächen für die Innenstadt geschaffen werden", sagte er. Zeitweise wegfallende Parkplätze ließen sich damit ausgleichen. "Nachdem jetzt bekannt wurde, dass das Parkhaus am Neumarkt nicht gebaut wird, brauchen wir ohnehin dringend einen Ersatz", sagte Hähner-Springmühl.

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) äußerte sich in deutlicher Art zum Scheitern der Neumarkt-Baupläne. Vor allem die Begründung des Investors ärgerte sie. Er hatte die Absage mit den jüngst gesenkten Parkgebühren begründet, mit denen sich ein Parkhaus für einen privaten Investor weder bauen noch wirtschaftlich betreiben ließe. "Wir wussten schon lange, dass der Bauherr das Vorhaben nicht realisieren will", entgegnete Findeiß, die das offenbar für vorgeschoben hält.

Die Verwaltung sieht aber auch ein Parkhaus auf dem Areal der Zentralhaltestelle skeptisch und macht die Entwicklung von den Plänen des Betreibers der Markhalle abhängig, wie Rathaussprecher Mathias Merz im Januar sagte. Ein Parkhaus, so heißt es, bringe Probleme mit dem Denkmalschutz mit sich. Aber man könne sich vorstellen, Teile des Platzes zum Parken freizugeben. Auch die SPD-Fraktion hat sich mit dem Thema befasst. Sie hat die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob und wie der Platz als Parkplatz bewirtschaftet werden kann. "Noch gibt es kein Ergebnis", sagte Fraktionsgeschäftsführer Sebastian Lasch.

Freilich will auch keiner als Verhinderer von Veranstaltungen gelten. "Wir sind nicht gegen die Feste auf dem Platz der Völkerfreundschaft", sagte Florian Freitag von der Buchhandlung Marx. Nur blockiere der Weihnachtszirkus eben ausgerechnet in der umsatzstärksten Zeit Parkplätze. Auch Stadträtin Constance Arndt (BfZ) findet den Konflikt schade. Sie regte an, die Parkmöglichkeiten in der Innenstadt in der Weihnachtszeit auszuweiten - irgendwie.

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