Wo Linsensuppe zur Waffe wird

Die Baptistengemeinde Planitz zeigt, dass sich die alten Bibelgeschichten gut mit modernen Elementen des Musicals verbinden lassen.

Zwickau.

Ein biblischer Bruderstreit, der eine mit Pfeil und Bogen, der andere mit einer Schüssel Linsen bewaffnet. Die Baptistengemeinde Planitz probt für eine Vorführung der Bibelgeschichte "Jakob und Esau".

Das Stück wird als Musical aufgeführt. Zwischen den gespielten Szenen gibt es Tänze, Gesänge und instrumentale Unterstützung. Für die Umsetzung haben Doreen Schöps und Antje Unger, die Geschichte an die Bühnenform angepasst. Die beiden sind ehrenamtlich in der Baptistengemeinde tätig. Die 47 Kinder aus Planitz und Umgebung, die am Stück teilnehmen, sind zwischen sieben und 14 Jahre alt. Sie sind in die Gruppen Tanz, Chor, Sologesang und Schauspiel eingeteilt.

"Esau ist richtig schlecht gelaunt und immer wütend", sagt Niklas Fichtner aus Zwickau. Der Zwölfjährige spielt den Esau, den aggressiveren der beiden Brüder. Aber für die schlechte Laune hat er durchaus einen Grund: "Eigentlich ist Esau der Erstgeborene, aber durch eine List seines Bruders verliert er dieses Recht", sagt Niklas Fichtner. Neben seinem Kostüm des Hirten trägt er einen Bogen und ein erlegtes Reh, natürlich aus Plüsch, über den Schultern. "Esau ist schon ein Muttersöhnchen", findet Moritz Neubert, der den zweitgeborenen Bruder spielt. "Als Jakob erschöpft und erfolglos von der Jagd kommt, tauscht er sein Recht des Erstgeborenen gegen eine Linsensuppe ein", sagt der 13-Jährige. Die Waffe ist dabei nicht der Bogen, sondern eine simple Schüssel, mit welcher Esau seinen Bruder austrickst. Daraufhin entbrennt der Geschwisterstreit.

"Seit Dienstag üben wir mit den Kindern", sagt Antje Unger, die am Skript für das Musical mitgearbeitet hat. "Vor dem Start haben wir die Lieder eingesungen und den Kindern vorgespielt, damit sie wissen, wie wir es uns vorstellen. Da gerade Ferien sind, wird früh um neun Uhr angefangen und bis 15 Uhr geprobt. "Für den Einsatz an den Instrumenten haben wir auch Unterstützung von Erwachsenen, zum Beispiel am Saxofon", sagt sie.

Auch 2019 gab es schon ein Musical in der Baptistengemeinde. Damals führten die Kinder die Geschichte "Zachäus" auf. "In diesem Jahr haben wir aber erstmals alles selbst geschrieben, abgesehen von der Melodie zum Lied 'Der Hauptgewinn'. Diese ist vom Rosaroten Panther inspiriert", sagt Unger. Das Buch mit den Dialogen war in einem Monat geschrieben. An Liedtexten und Melodien arbeiteten Unger und Schöps über ein ganzes Jahr.

"Bis zur Premiere am Samstag ist noch einiges zu üben", sagt Unger. Die Tanzchoreografie, die Lieder und der Schauspieleinlagen müssen spätestens zur Generalprobe Samstagmittag sitzen. Darüber macht sich Unger aber keine Sorgen: "Unsere Darsteller sind hoch motiviert und können immer ihre Texte", sagt sie. Die Premiere des Musicals findet am Samstag um 17 Uhr in der Baptistenkirche Planitz statt.


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