Wolfgang Schupke im Alter von 82 Jahren gestorben

Der Finanzexperte und spätere Stadtfotograf hatte auch die bekannte Cheerleadergruppe "The Peaches" gegründet

Zwickau.

Sein letztes Fotoprojekt, die Feiern zum Stadtjubiläum 900 Jahre Zwickau, hatte Wolfgang Schupke gerade beendet. Bereits zuvor hatte der Hobbyfotograf angekündigt, dass er danach die Kamera an den Nagel hängen will. Es sollte tatsächlich seine letzte Foto-CD gewesen sein. Am 4. Dezember ist der ehemalige Finanzexperte und Stadtfotograf in seiner Wohnung im Zwickauer Stadtzentrum im Alter von 82 Jahren verstorben. Das bestätigte sein Sohn der "Freien Presse". Noch Tage zuvor war Wolfgang Schupke, trotz gegenteiliger Ankündigung, wieder mit seiner Kamera in der Stadt unterwegs gewesen.

Im August 1937 geboren, arbeitete Schupke zunächst als Hauer und Tischler im Schacht unter Tage. Später absolvierte er ein Fernstudium zum Finanzwirtschaftler. Als junger Mensch wechselte er in die Zwickauer Stadtverwaltung und wurde prompt jüngster Stadtkämmerer in der damaligen DDR. Bis zur Wende gehörte er als Stadtrat für Finanzen, was heute dem Status eines Finanzbürgermeisters entspricht, der Leitungsebene im Rathaus an. Seiner Fachkompetenz hatte er es zu verdanken, dass er mit der Wende als einziger aus der alten Führungsriege seinen Schreibtisch nicht räumen musste. Mehr noch: Im Auftrag von Kurt Biedenkopf und Georg Milbradt verfasste Schupke das Werk "Kommunales Haushaltsrecht im Freistaat Sachsen", das heute noch als Lehrmaterial verwendet wird.

Als ewiger Verwaltungsmensch wollte Wolfgang Schupke nicht in die Chronik eingehen. Auf eigenen Wunsch verließ er Mitte der 1990er- Jahre das Zwickauer Rathaus und wechselte in die freie Wirtschaft. Doch er vertraute den falschen Partnern, ging pleite. Mit 64 Jahren konnte er in den Ruhestand gehen. Doch ein Rentnerdasein, das war nichts für ihn. Wie schon zuvor engagierte er sich weiter bei der BSG Grubenlampe. Später gründete er den Cheerleader-Verein "The Peaches". Als er vor zehn Jahren die Stadtgeschichte entdeckte, gab er seine ehrenamtlichen Funktionen auf. Nahezu täglich war er jetzt im Stadtgebiet unterwegs und hielt alles fest, was ihn interessierte. Jedes Jahr hat er, beginnend mit dem Silvesterfeuerwerk, auf einer CD verewigt. Die traditionelle Bergparade bildete den Abschluss. In diesem Jahr wird die Jahres-CD unvollständig bleiben. Wolfgang Schupke hat sein gesamtes Leben in Zwickau verbracht. Immer wieder hatte er betont, dass Zwickau seine Stadt sei und er nicht woanders leben wolle. Mit ihm verliert Zwickau nicht nur ein Original, sondern auch einen Stadtchronisten mit Herz für seine Heimatstadt und ihre Menschen. Er wird mit seinen Bildern weiterleben. Wolfgang Schupke wird auf dem Pölbitzer Friedhof im engsten Familienkreis beigesetzt. (nkd)

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