Jugendherberge: Baustopp-Ende in Sicht

Eigentlich sollte der Millionen-Bau Ende dieses Jahres fertig sein. Seit Monaten liegt die Baustelle jedoch brach. Warum, erklärt jetzt der Herbergsverband.

Stark gestiegene Kosten und nicht ordnungsgemäß ausgeführte Arbeiten: Auf der Baustelle der neuen Jugendherberge in Schöneck gab es zahlreiche Probleme.

Für Sie berichtet: Tino Beyer

Was ist mit der Baustelle der Jugendherberge Schöneck los? Diese Frage stellen sich vor allem Schönecker, die die Arbeiten dort genau mitverfolgt haben. Nach Errichtung des Rohbaus bis zum Richtfest, das vorigen Herbst gefeiert wurde, drehte sich auf der Baustelle nicht mehr viel. Stattdessen wurde zuletzt der Sockel wieder freigelegt.

Arpad Hitzschke, geschäftsführender Vorstand des Jugendherberge-Landesverbandes, erklärte jetzt auf Anfrage der "Freien Presse" die Problemlagen auf der Baustelle, die letztlich zu dem langen Baustopp geführt haben.

Problem 1: die Kosten. Mit 7,8 Millionen Euro war das Großvorhaben kalkuliert. Doch dieser Preis habe sich nicht halten lassen. Hauptproblem laut Arpad Hitzschke: die lange Vorlaufzeit des Projektes. Seit 2012 wurde geplant und um Fördermittel gerungen. Zwischenzeitlich sind jedoch Baupreise deutlich gestiegen. Die ursprünglichen Berechnungen für den Bau in Schöneck seien weit weg gewesen von der Realität. Der Bauherr sieht sich deshalb mit einer deutlich Kostenerhöhung konfrontiert. Beziffern will ihn Arpad Hitzschke nicht. Er spricht aber von "einem nicht unerheblichen Betrag". Folge: Die Reißleine musste gezogen werden - auch, weil es der Freistaat als Fördermittelgeber des Vorhabens so verlangt. Erst musste wieder Kostenklarheit her.

Problem 2: Mängel am Bau. "Es wurden Leistungen nicht ordnungsgemäß erbracht", sagt Hitzschke. Aufgrund dieser Mängel sei der Rohbau auch bis heute nicht abgenommen worden. Unter anderem galt es, den Sockel richtig abzudichten. "Sonst hätte es in einigen Jahren ein Problem gegeben", sagt der sächsische Herbergschef. Die Baufirma arbeitet nach. Mit den Beteiligten würden die Dinge konstruktiv gelöst, betont Arpad Hitzschke, der mittlerweile den Blick wieder nach vorn richten kann. "Es werden bald wieder Handwerker auf der Baustelle zu sehen sein", sagt er. Aus dem Stand könne die Baustelle nicht wieder hochgefahren werden, ein Vierteljahr Anlaufzeit sei nötig. Noch in diesem Jahr würden jedoch die Arbeiten soweit vorangetrieben, dass im Winter die Ausbaugewerke arbeiten können: Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro. Die Fertigstellung des Baus wird jetzt für Ende nächsten Jahres angestrebt.

Die neue Jugendherberge Schöneck wird über 130 Betten verfügen, mehr als doppelt so viele wie der abgerissene Vorgängerbau. Mit dem Neubau will der Jugendherbergsverband nicht mehr nur den Fokus auf Gruppen legen, sondern auch vermehrt Familien ansprechen. Für den Landesverband Sachsen ist es das größte eigene Bauvorhaben in der Nachwendezeit.

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