Zeichen setzen

Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus: Protest am Gedenkbaum. Kursteilnehmer spenden von ihrem wenigen Geld für krebskranke Kinder. Schlagersänger gibt zwei Kindern Gelegenheit für einen Bühnenauftritt.

Mitarbeiter aller Abteilungen des Theaters Plauen-Zwickau haben am Montagnachmittag Topfpflanzen an die Stelle des abgesägten Gedenkbaumes für das erste NSU-Opfer Enver Simsek in Zwickau gestellt und gemeinsam gesungen. Damit wollten sie ihre Empörung gegen diese Tat öffentlich zum Ausdruck bringen und ein Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nach außen senden. "Wir erachten es als selbstverständlich, dass wir unseren Protest hier artikulieren. Es ist ein Zeichen gegen Intoleranz, gegen Ausgrenzung, gegen Verharmlosung", sagte Theaterintendant Roland May. Das Theater sei bekannt dafür, dass es bei solchen außergewöhnlichen Ereignissen Flagge zeigt "in unserer schönen Stadt Zwickau, dass sie uns als Lebensraum erhalten bleibt", sagte May. (rpk)


Ridhima Wadhwa (20) wurde im Rahmen der Immatrikulationsfeier der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet. Der mit 1000 Euro dotierte Preis würdigt jedes Jahr die "hervorragenden Leistungen ausländischer Studierender" - so wie die der jungen Inderin, die nun in Schneeberg lebt. Vor drei Jahren kam sie aus dem westindischen Ahmedabad nach Deutschland, lernte an der Bauhaus-Uni in Weimar die deutsche Sprache und arbeitete für eine Designerin in Apolda. Ihre Bewerbung an der WHZ war gleich erfolgreich. Mittlerweile studiert sie im fünften Semester in Schneeberg und weiß schon ziemlich genau, was sie will. "Mode muss zeitlos und nachhaltig sein, kein kurzlebiges Wegwerfprodukt. Darum sind mir hochwertige Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wichtig." Ein weiteres Thema ihrer Entwürfe sind recycelte Materialien. So können Woll- oder Stoffreste durchaus wieder zu einem neuen Kleidungsstück verarbeitet werden, wie Rid-hima Wadhwa zeigt. An der Mode ihrer indischen Heimat orientiert sie sich übrigens nicht. Vielmehr sind die Schnitte minimalistisch oder ziemlich experimentell wie etwa ein kunterbunter Mantel aus Woll- und ein von filigranen Stoffblüten zusammengehaltenes Minikleid. (cpf)


Daniela Kuck (30), Sozialpädagogin der Bénédict School Sachsen in Zwickau, konnte zusammen mit dem Geschäftsstellenleiter Markus Petzold wie versprochen eine Spende von 500 Euro an den Elternverein krebskranker Kinder übergeben. Das Geld war zum Tag der offenen Tür der Schule gesammelt worden. An diesem Tag hatten die Kursteilnehmer (Menschen mit Migrationshintergrund, Flüchtlinge und Asylbewerber) aus verschiedenen Sprachkursen ein interkulturelles Buffet auf die Beine gestellt, auf dem viele typische Speisen aus ihren Ländern zu finden waren. Außerdem wurden Workshops angeboten, in denen die Besucher einen Einbürgerungstest absolvieren, an Lauf-Diktaten teilnehmen und am eigenen Leib spüren konnten, wie schwer es ist, die deutsche Sprache zu erlernen. Besucher, Interessierte und auch die Schüler selbst spendeten. "Unsere Kursteilnehmer, die größtenteils von staatlichen Leistungen leben, empfanden diese Aktion als eine Möglichkeit, ihre Wertschätzung und Dankbarkeit auszudrücken. Sie haben gerne die Gelegenheit genutzt, mit einer Spende etwas an Menschen zurückzugeben, denen es nicht so gut geht", sagte Kuck. (fp)


Gerd Peisker (68), Falkner aus Gera, war mit einem Steinadler und einem Gerfalke (die weltweit größte Falkenart) beim Herbstfest in Mülsen zu Gast. Bereits seit Ende der 1960er-Jahre ist Peisker Falkner. Er betreibt das hobbymäßig. Als Kind wohnte er unweit einer Ruine, in der Turmfalken "wohnten". Er war von ihren Flugspielen fasziniert, die er nur zu gern beobachtete. Erst später sah er dann einen richtigen Falkner mit einem Greifvogel auf dem Arm. Von diesem Zeitpunkt an war klar, dass auch er einmal Falkner werden möchte. Mit seinen Vögeln geht er vornehmlich auf Jagd nach Füchsen, aber auch Hasen, sagte Gerd Peisker. Dabei sei er selbst kein Jäger. Dass er diese Dienstleistung in der heutigen Zeit überhaupt anbieten kann, habe damit zu tun, dass er sein Handwerk noch zu DDR-Zeiten erlernt hat. Heute müsse man auch selbst Jäger sein, um danach eine Ausbildung zum Falkner anschließen zu können. (rpk)


Christa Adler (71) und Nico Kirchhof (32) wurden am Samstag im Wildenfelser Schlosskeller zu den neuen Miss und Mister Bockbier gekürt. Die nicht ganz so tierisch ernst zu nehmende Wahl war der Höhepunkt des traditionellen Bockbierfestes, ausgerichtet vom Freundeskreis "Schloss Wildenfels". Die neuen Würdenträger haben beide Bekannte, denen in der Vergangenheit ebenfalls schon diese Ehre zuteil wurde. "Wir sind vier Pärchen, die gemeinsam zu diesem herrlichen Fest gehen. Voriges Jahr hat eine aus unserer Truppe den Titel geholt", sagte Christa Adler. Die Dennheritzerin wollte sich eigentlich vor der Teilnahme an der Wahl drücken, wurde dann aber von ihren Begleitern "sanft" dazu überredet. Bei Nico Kirchhof aus Steinpleis ist es die Mutter seiner Freundin, die 2016 den Titel der Miss Bockbier ergatterte. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals Mister Bockbier werden würde. Umso mehr freue ich mich darüber und muss mich nun zunächst kundig machen, welche Verpflichtungen mir daraus erwachsen." Auf alle Fälle dürfen die beiden Geehrten jetzt ein Jahr lang ihren Gerstensaft aus einem ausschließlich für sie im Wildenfelser Schlosskeller reservierten Krug trinken. (awo)

 


Frank Schöbel (76) geht auch in diesem Jahr wieder mit seinem Klassiker "Fröhliche Weihnachten in Familie" auf Tournee. Dabei macht er am 2. Dezember im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" in Zwickau Station. Das Album "Weihnachten in Familie" ist seit mehr als 25 Jahren ein echter Klassiker und das meistverkaufte Amiga-Album aller Zeiten, schreibt der Veranstalter. Mit traditionellen und neuen Liedern sowie den bekannten Hits aus dem Album "Weihnachten in Familie" werden Frank Schöbel und seine Gäste gemeinsam mit seiner Band weihnachtliches Strahlen in die Augen des Publikums, zaubern. Für seinen Auftritt in Zwickau sucht der Sänger zwei Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die gemeinsam mit ihm singen. So funktioniert die Bewerbung: Bitte singt die erste Strophe des Liedes "Schneeflöckchen, Weißröckchen" und den Refrain, filmt euren Auftritt mit dem Handy und schickt den Clip bis 30. Oktober an den Konzertveranstalter MB Konzerte per E-mail an office@mb-konzerte.de. Bitte gebt als Kontakt unbedingt den Konzertort Zwickau, Namen, eine Telefonnummer und die E-Mail-Adresse an. Das Konzert beginnt am 2. Dezember um 16 Uhr. Eintrittskarten gibt es unter anderem ab 35,25 Euro in allen Shops der "Freie Presse". (ja)

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