Zeit zum Krafttanken

Grüner wird's nicht Der Herbst zeigt sich von seiner grauer werdenden Seite. Das soll auch den Menschen etwas sagen.

Zwickau.

Hand aufs Herz: Wann haben Sie sich zuletzt eine Pause gegönnt? Also keinen hektisch weggeschlürften Kaffee zwischendurch, sondern eine echte Luxus-das-habe-ich-mir-verdient-Pause?

Die Natur macht derzeit genau das: Sie zieht sich zurück und sammelt Kraft für das nächste Frühjahr. Viele Laubbäume haben ihre Blätter abgeschüttelt und alle ihre Säfte in ihr Inneres zurückgezogen. Auch für die Menschen war vor vielen tausend Jahren im Herbst die Zeit gekommen, sich im wahrsten Wortsinn ins Innere zurückzuziehen. Das ist längst anders, inzwischen sind die Arbeitszeiten in der Regel wichtiger als die Jahreszeiten. Doch das Bedürfnis nach Ruhe, nach Feuerschein und einer Stärkung ist nicht verloren gegangen. Zeit zur kurzen Einkehr finden viele Menschen am Totensonntag, danach beginnt die Zeit der Lichter auf den Weihnachtsmärkten - und die der Stärkung mit Süßkram und Glühwein.

Jenseits des Trubels, der sich vorweihnachtliche Besinnlichkeit nennt, kann auch ein Spaziergang durch die Natur dafür sorgen, dass die Kräfte sich regenerieren. Wer genau hinschaut, der sieht sogar, dass auch die Natur nicht ganz zur Ruhe kommt. Beispielsweise tragen die Blutbuchen im Planitzer Schlosspark bereits wieder die ersten Ansätze von Knospen: kleine Schutzhüllen des künftigen Lebens. Unsere Altvorderen haben die Knospen einiger Bäume gegessen: beispielsweise von Schwarzpappel, Walnuss oder Linde, die als wundheilend, entgiftend oder beruhigend galten. Man kann sich aber auch einfach an der Natur erfreuen und die Zeit genießen. Denn Pausen sind sowieso immer viel zu kurz.

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