Zeitplan für Cainsdorfer Brücke ist erneut unten durch

Wie jetzt bekannt wurde, dürfte sich der dringend nötige Neubau noch einmal um mehrere Jahre verzögern. Anfang 2020 will man sich nun mit der Bahn einigen - das wäre aber nur ein erster Schritt.

Zwickau.

Die Cainsdorfer Brücke wird noch eine ganze Weile weiter vor sich hin rosten. Denn ebenso wie alle bisherigen Zeitpläne für den dringend nötigen Neubau gescheitert sind, wurde nun bekannt, dass eine wesentliche Vereinbarung auf dem Weg in Richtung Neubau noch immer aussteht.

Bevor eine neue Brücke entstehen kann, braucht es zunächst ein Planfeststellungsverfahren. Dieser Verwaltungsakt ist in der Regel nicht in weniger als einem Jahr abzuschließen. Im Fall der Brücke ging die Zwickauer Stadtverwaltung zuletzt von 18 Monaten Dauer aus. Erst danach würde Baurecht vorliegen. Vor einem Jahr hatte Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) angekündigt, das Planfeststellungsverfahren solle bis Ende 2018 auf den Weg gebracht werden. Daraus ist damals nichts geworden. Und es wird noch ein Weilchen dauern, denn die Stadtverwaltung hat noch nicht einmal den Schritt getan, der noch davor kommt.

Auf eine Anfrage von Sandy Busch (AfD) im Finanzausschuss antwortete nun Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD), dass noch keine Einigkeit mit der Bahn über die künftige Kreuzungsregelung zwischen Gleisstrecke und Brücke bestehe. Diese sogenannte Kreuzungsvereinbarung ist aber eine der Grundlagen für das Planfeststellungsverfahren. Darin wird unter anderem die Finanzierung zwischen Stadt und Erzgebirgsbahn geregelt. Zusätzlich kompliziert ist das, weil auch der Bund daran beteiligt ist, da die Erzgebirgsbahn zur Deutschen Bahn gehört. Und offenbar ist man sich überhaupt nicht einig, wer welche Kosten übernimmt.

Findeiß führt in ihrer Antwort weiter aus, dass man sich "vor allem auch in Hinblick auf die Finanzierungsanteile" auf einen gemeinsamen Erörterungstermin verständigt habe. Man wolle sich "bei den zuständigen Bundesbehörden in Bonn" vorstellen und "deren Einschätzung als weitere Grundlage" anerkennen. Als Grundlage wohlgemerkt. Das klingt nicht so, als würde die OB nach dem Termin, der im ersten Quartal 2020 stattfinden soll, eine schnelle Einigung erwarten.

Die Brücke, die nur mit starken Einschränkungen befahren werden kann, ist dort längst mehr als nur eine Verkehrsader. Sie gilt als Symbol, dass die Stadtverwaltung in Zwickau dem Ortsteil nicht höchste Priorität zumisst. Jedenfalls hat sich dieses Gefühl in Cainsdorf breit gemacht, sagt Ortsvorsteher Gerd Drechsler (CDU). Er reagiert niedergeschlagen auf die Neuigkeiten. "Das macht mich sehr traurig. Dabei hat uns die Stadtverwaltung im Glauben gelassen, dass man auf einem guten Weg ist." Drechsler bemängelt, dass weitere Verzögerungen bei der Brücke auch weiteren Stillstand bei der Brauereistraße zur Folgen hätten. "Die Straße sollte ja einmal gleichzeitig mit der Brücke gemacht werden. Es sind riesige Schlaglöcher drin, alles ist auf Tempo 30 beschränkt, und die Straße wird einfach nur weiter hinausgeschoben", kritisiert er.

Die Cainsdorfer Brücke ist seit geraumer Zeit in erbärmlichem Zustand. Aus dem Asphalt wächst ein Baum, Lastwagen dürfen sie schon seit Jahren nicht mehr befahren, halten sich aber Anwohnern zufolge nicht daran. Zuletzt war Planungsstand, dass am Standort der jetzigen Brücke nur eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke entstehen soll. Der Auto- und Lastwagenverkehr sollte über eine neue Brücke 300 Meter nördlich laufen. 2016 waren als Baukosten 16,5 Millionen Euro im Gespräch. Erste Planungen sind schon 2009 von der Stadt beauftragt worden.

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