Ziegelwiese wird Erlebnispark

Fischzucht, Ziegeleien und später große Ausstellung und Pläne für ein Fußballstadion: Die Wiese am Schwanenteich hat vieles erlebt. Jetzt wird sie zu einem Biotop umgestaltet.

Zwickau.

Am Schwanenteichgelände, der ältesten gestalteten Parkanlage Zwickaus, heißt es im wahrsten Sinne des Wortes zurück zu den Wurzeln. Schrittweise soll die Anlage, soweit das möglich ist, wieder nach den Plänen gestaltet werden, die der Landschaftsarchitekt Carl Eduard A. Petzold Mitte des 19. Jahrhunderts entworfen hatte. Dabei wird auch die Ziegelwiese umgestaltet, die sich zwischen der Reichenbacher Straße und dem Mahnmal am Schwanenteich erstreckt. Der Bauausschuss stimmte jetzt den Plänen einstimmig zu.

12.000 Quadratmeter der Ziegelwiese haben sich inzwischen zu einem Biotop entwickelt. Ein Grund ist die Feuchtigkeit, die an den 1834 zugeschütteten Ziegelteich erinnert. Gärtner werden jetzt noch einmal in das Areal eingreifen. Auf rund 1500 Quadratmetern soll dieses an sechs Stellen neu gestaltet und bepflanzt werden. Auch rund um die Anlage sollen Bäume und Gehölze gepflanzt werden - bevorzugt mit Arten, die es vor 150 Jahren dort gab.


Das Biotop soll künftig zudem erlebbar sein. Geplant sind zwei Erkundungswege, die an Hauptwegen beginnen und in Beobachtungsplattformen münden. Amtsleiter Jörg Voigtsberger kann sich dazu erhöhte befestigte Wege vorstellen. Eingezäunt werden soll die Wiese jedoch nicht. "Der Park soll seinen Charakter als begehbare Anlage behalten", sagte Voigtsberger. Gleichzeitig sollen die nördlich und westlich an die Ziegelwiese angrenzenden Parkwege neu gebaut werden.

Komplizierter werden die Arbeiten im nördlichen Teil der Ziegelwiese, der unmittelbar an die Mitte der 1980er-Jahre gebaute Reichen- bacher Straße grenzt. Dort muss mindestens auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern eine Revitalisierung erfolgen. Das hat ein 10.100 Euro teures Gutachten ergeben. Der Sachverständige hat dort Auffüllungen gefunden. Offenbar sollten so die durch den Bergbau erfolgten Senkungen des Areals ausgeglichen werden, auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern wurde Abraumboden aus Bergwerken und Bauschutt verwendet. An einigen Stellen wurden zudem Überschreitungen der Grenzwerte von Arsen, Blei und Cadmium festgestellt. "Eine Entsorgung der Bodenmate-rialien würde zu erheblichen Kosten führen", sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses. Daher soll möglichst auf einen Eingriff in diese Schichten verzichtet werden. "Mit unbelastetem Boden soll vielmehr eine Schutzabdeckung geschaffen werden", sagte sie.

Derzeit sind 857.000 Euro für die Neugestaltung eingeplant. Das Vorhaben wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die Ziegelwiese sollte bereits 1994 neu gestaltet werden. Wegen der fehlenden Finanzierung blieb das Vorhaben jedoch im Entwurfsstadion stecken. Das damalige Konzept wurde inzwischen verworfen, es hatte die Neuanlage des Ziegelteiches inmitten der Wiesenfläche mit Zufluss vom Schwanenteich und einem Abfluss zum Langen Teich vorgesehen.

Wann der Ziegelteich angelegt wurde, ist nicht feststellbar. Erstmals wird er in den Chroniken im Jahr 1511 erwähnt. Seinen Namen verdankt er der Ratsziegelei, die dort Lehm abstach. 1820 wurden rund um den Teich fünf kleine Ziegeleien eröffnet, die jedoch sehr schnell wieder eingingen.

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