Zwei Schwerverletzte bei Schlägerei vor McDonald's

Zwei Schwer- und vier Leichtverletzte sind die Bilanz einer Schlägerei, die sich am Wochenende in Zwickau ereignet hat.

Zwickau.

Am Sonntagmittag erinnert auf den ersten Blick kaum noch etwas an die turbulente Nacht davor. Das McDonald's-Restaurant an der Zwickauer Oskar-Arnold-Straße ist gut besucht. Zahlreiche Familien sitzen drinnen und angesichts des Sonnenscheins auch im angeschlossenen Garten beim Mittagessen. Statt einer Scheibe ist in der Eingangstür allerdings links oben eine graue Kunststoffplane gespannt. Das Glas war bei tätlichen Auseinandersetzungen in der Nacht zu Bruch gegangen. Laut Polizeiangaben sollen circa zehn Personen darin verwickelt gewesen sein - Syrer und Deutsche. Traurige Bilanz der Schlägerei: zwei Schwer- und vier Leichtverletzte.

Kurz vor 3 Uhr, so meldet es die Polizei am Sonntag, soll in dem Schnellrestaurant eine Gruppe junger Syrer eine Gruppe junger Deutscher provoziert haben. Die Polizei hat in der Nacht die Personalien von elf Personen aufgenommen. Darunter sind Männer, die aus Aleppo stammen, und Deutsche. "Darüber, wer von diesen elf Personen in welcher Form an dem Vorfall beteiligt ist oder nicht, kann man erst nach den Ermittlungen Auskunft geben", sagt Polizeisprecher Tom Richter auf Nachfrage. Der Beamte teilt zum Tathergang mit, die Syrer hätten die deutsche Gruppe beschimpft und angegriffen. Dabei sollen sie auch mit Steinen nach den Deutschen geworfen haben.


Die Auseinandersetzung endete blutig. Letztlich wurden nach der Schlägerei ein 21-jähriger Syrer und ein 24-jähriger Deutscher schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, vier weitere Beteiligte im Alter zwischen 17 und 25 wurden leicht verletzt. Die Polizei nahm vier der beteiligten Syrer vorläufig fest. Sie sind laut Polizei am Sonntagnachmittag nach der Vernehmung wieder aus der Haft entlassen worden. Die Polizei kann zur Schadenshöhe noch keine Angaben machen. Den genauen Tathergang versucht nun die Kripo zu klären, die die Ermittlungen aufgenommen hat.

"Meine Mitarbeiter waren verstört angesichts der gewaltigen Brutalität", sagte Restaurantbetreiber Marcus Klink (39) zu den Vorfällen gegenüber der "Bild", die am Sonntag in ihrer Internet-Ausgabe über den Vorfall berichtete. Klink betreibt mehrere McDonald's-Restaurants in der Region. Am Sonntagmittag wollte kein Mitarbeiter des Zwickauer Schnellrestaurants mit der Presse über den Vorfall sprechen, weder vor Ort noch am Telefon. "Wir haben eine Info-Sperre", sagte eine Mitarbeiterin. Restaurantbetreiber Marcus Klink war für weitere Schilderungen nicht erreichbar.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schnellrestaurants werden auf solche und andere Fälle vorbereitet. Eine Sprecherin von McDonald's Deutschland erklärte am Sonntag: "Sicherheitsschulungen für das Restaurantmanagement und Schichtleiter sind bei uns Teil des regulären Fortbildungsprogramms." Zudem stehe dem Restaurantmanagement ein Handbuch mit empfohlenen Maßnahmen für verschiedenste Situationen zur Verfügung. "Außerdem können Restaurantleiter Praxisübungen durchführen, bei denen ein adäquates Verhalten in Konfliktsituation trainiert wird", sagte die Sprecherin gegenüber der "Freien Presse". Erste-Hilfe-Kurse sind zudem Pflicht für Management und Schichtleitung.

Wenn es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schwerfällt, mit Situationen, die sie erlebt haben, umzugehen, gebe es bei Bedarf auch das Angebot zur psychologischen Betreuung, so die Sprecherin.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 10
    4
    Pelz
    17.06.2019

    Berichtet die Freie Presse auch über den strafrechtlichen Ausgang der Sache?



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