Zwickau damals und heute, Folge 40: Abzweig Werkstättenstraße

Hätten Sie es erkannt? Die Bilder zeigen die Reichenbacher Straße stadteinwärts. Nach rechts zweigt die nicht befahrbare Werkstättenstraße ab. Wie kam sie zu ihrem Namen? Die Zwickau-Lengenfeld-Falkensteiner Eisenbahn-Gesellschaft hatte sich mit dem Bau dieser Linie (ZF) übernommen. Am 15. Juli 1876 wurde der Verkauf der Strecke einschließlich des Maschinenparks und der Immobilien an das sächsische Finanzministerium rechtskräftig. Da der südlich von der Reichenbacher Straße liegende Lengenfelder Bahnhof in Zwickau für die Reisenden sehr unpraktisch war, begannen sofort Bauarbeiten, um die Gleise der ZF-Linie von Stenn in der Nähe der Maxhütte über die Gleise der DW-Linie an den Zwickauer Bahnhof zu führen. Am 1. Juli 1877 schloss man den Lengenfelder Bahnhof. Zwei Tage später kamen der Staats- und Finanzminister Freiherr von Könneritz, sein Abteilungsdirektor Geheimrat von Thümmel und der Geheime Finanzrat Hoffmann nach Zwickau. Im folgenden Jahr wurde für dieses Areal die Genehmigung zur Einrichtung eines Werkstättenbahnhofs im Range einer Nebenwerkstatt erteilt. Die Hauptwerkstatt für Westsachsen befand sich in Leipzig. Die Werkstättenstraße führte über eine Brücke bis zum ehemaligen Lengenfelder Bahnhof. Dort wurden jetzt Verwaltungsräume und Dienstwohnungen eingerichtet. Der "Herzstück" der Werkstätten bildete die Wagenreparaturhalle mit Umladebühne. Das ehemalige Maschinenhaus für die Lokomotiven der ZF-Linie, der Güterschuppen und Wagenkästen dienten jetzt der Lagerung von Material (Ersatzteile, Holz, Eisen). 1878 wurden in den Werkstätten die Reparaturarbeiten vor allem an Güterwagen aufgenommen. 1908 wurde in Marienthal das neue RAW in Betrieb genommen und der Werkstättenbahnhof geschlossen. Als das historische Bild entstand, existierte in der Reichenbachers Straße 51 die Gastwirtschaft "Hirsch". Arno Hirsch besaß auch das Kolonialwarengeschäft G. L. Hirsch. Die Nr. 49 gehörte dem Klempnermeister Max Siegel, dessen Firmenschild noch heute am Haus prangt. In der Nr. 47 betrieben der Fleischermeister Karl Mittenzwey und in der Nr. 45 die Damenfriseuse Anna Kunz ihre Geschäfte. (nope)

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