Zwickau damals und heute, Folge 6: Die Bockwaer Brücke

Von Leipzig aus führte bereits im 12. Jahrhundert ein Hauptweg über Zwickau, Hartenstein, Grünhain, Jöhstadt und den Preßnitzpass nach Böhmen bis nach Prag. Dieser Weg war eine von sechs Passstraßen des Böhmischen Steiges über den Erzgebirgskamm. In Bockwa zweigte ein Weg/eine Straße nach Wiesenburg ab. Der aufblühende Silbererzbergbau in der neugegründeten Bergstadt Schneeberg, der vor allem von Zwickauer Patriziern finanziert wurde, machte ab 1470 den Bau der Verbindungsstraße Wiesenburg-Schneeberg notwendig, die an die bereits vorhandene Straße aus Zwickau anschloss. Diese Straße musste an der Ortsgrenze zwischen Schedewitz und Bockwa die Zwickauer Mulde überqueren. Da wegen des oft hohen Wasserstandes an der dortigen Furt gelegentlich lange Wartezeiten entstanden, erbaute man 1661 eine hölzerne Brücke.

Wegen der häufigen Schäden durch Hochwasser, Eisgang und den zunehmenden Fuhrbetrieb wurde schließlich eine steinerne Brücke errichtet und am 5. Dezember 1842 eingeweiht. Die durch den Steinkohlenbergbau hervorgerufenen Bodensenkungen veranlassten das zuständige Ministerium aber bald, eine neue Brücke bauen zu lassen. Diese 53 Meter lange Stahlfachwerkbrücke wurde 1890 für den Verkehr freigegeben. Über sie fuhr seit 1900 auch die Straßenbahn, die den Zwickauer Bahnhof mit der Endhaltestelle in Niederhaßlau (ab 1934 Wilkau-Haßlau) verband. Nach dem Neubau der Schedewitzer Brücke wurde am 29. September 1958 der Straßenbahnbetrieb über die Bockwaer Brücke eingestellt. Das Hochwasser im Juli 1954 setzte der Brücke zu. Daher wurde die Fahrbahn 1960 auf eine Breite von 5,17 Metern halbiert, um zwei Meter angehoben und war nun nur noch für Radfahrer und Fußgänger zugelassen. (nope)

Noch mehr Stadtansichten gibt es in Norbert Peschkes Buch "Zwickau - damals und heute", das im Chemnitzer Verlag erschienen ist. Erhältlich ist es im "Freie Presse"-Shop, Hauptstraße 13 in Zwickau. Preis: 19,95 Euro.

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