Zwickau: Gedenkbaum für erstes NSU-Opfer abgesägt

Zwickau.

Der Baum, der im Gedenken an das erste Opfer des NSU, Enver Şimşek, auf dem Zwickauer Schwanenteichgelände an der Reichenbacher Straße gepflanzt wurde, ist gefällt worden. Am Donnerstag hing die abgesägte deutsche Eiche in der Luft, gehalten nur noch durch die Seile seiner Stützen. Wann der Baum gefällt wurde, ist derzeit unklar. Wie Zwickaus Stadtsprecher Mathias Merz am Donnerstagnachmittag mitteilte, wird die Stadt Anzeige erstatten. Ob ein neuer Baum gepflanzt wird, steht noch nicht fest.

"Das Absägen des Baumes zeugt von Intoleranz, mangelndem Demokratieverständnis und von Verachtung gegenüber Terroropfern und deren Angehörigen. Es zeigt auch, dass manche leider nicht begriffen haben, welch menschenverachtende Taten die Terroristen des NSU begangen haben", so Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD). Der Baum war am 8. September im Beisein der Oberbürgermeisterin gepflanzt worden. Enver Şimşek war am 9. September 2000 an seinem Blumenstand in Nürnberg durch Pistolenschüsse tödlich verletzt worden. (dha)

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 11
    3
    Distelblüte
    04.10.2019

    Was hat den oder die Täter mehr gestört? Dass ein Baum gepflanzt wurde? Oder dass der Baum eine lebendige Erinnerung an Enver Simsek sein sollte?
    Wir können neue Bäume pflanzen, ob mit oder ohne Gedenkplakette. Wir können aber keinem der ermordeten Menschen das Leben zurückgeben.
    Auch die Teilnehmer der Gedenk-Demo an Patrick Thürmer , der 1999 von Neonazis ermordet wurde, fanden die Gedenkplatte beschmiert vor.
    Das ist keine Erinnerungskultur, die ich in Sachsen und dem Erzgebirge weiter etabliert sehen möchte.



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