Zwickauer müssen weiter mit Lärm leben

Das Umweltbüro hat ehrgeizige Pläne gegen den Krach in der Stadt entwickelt. Es scheitert jedoch am fehlenden Geld.

Zwickau.

Das Verkehrsaufkommen in Zwickau wächst und mit ihm der Lärmpegel. Das Umweltbüro kämpft dagegen an und kommt dennoch nur sehr langsam voran. 2012 wurden die Lärmquellen lokalisiert, 2015 im Lärmaktionsplan aufgeschrieben, wie man die Probleme lösen will. Doch die Erfolge halten sich bis heute in Grenzen, zumal die Umsetzung jeder einzelnen Maßnahme mit Kosten verbunden ist. "Freie Presse" hat recherchiert, was sich in den letzten zwölf Monaten bei den wichtigsten Vorhaben getan hat.

Leipziger Straße: Zwischen Kolpingstraße und Gudrunstraße ist eine Reduzierung der Fahrspuren von vier auf zwei denkbar. Hier ist eine Interessenabwägung erforderlich, weil die Nutzung der Bahngleise durch Autos eine zügige Fahrt der Straßenbahn beeinflusst. Getan hat sich in einem Jahr nichts. Der Umsetzungsstand ist derselbe wie vorher: "in Bearbeitung". Werdauer Straße/Windberghaus: Zwischen Goethestraße und Garagenhof wurde Flüsterasphalt eingebaut und stadtauswärts ein Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet. Eine Bedarfsampel für Fußgänger in Höhe der Goethestraße wurde aus verkehrsrechtlicher Sicht abgelehnt. Die Maßnahme giltals abgeschlossen.

Wildenfelser Straße: Zwischen Muldestraße und dem Ortsausgang sollen Radstreifen angelegt werden. Die Detailplanung dazu liegt schon länger vor. Die Umsetzung ist jedoch von der Erneuerung der Fahrbahndecke abhängig. Wann das erfolgen soll, ist auch weiterhin völlig offen. Die Maßnahme bleibt weiterhin "in Bearbeitung".

Marienthaler Straße: Nach der Freigabe der Mitteltrasse wurden die aktuellen Verkehrszahlen zwischen Werdauer Straße und Brander Weg erhoben. Die Zahlen sind inzwischen ausgewertet. Derzeit werden Maßnahmen geprüft, die unter Beachtung der Belange der Straßenbahn in den Lärmaktionsplan 2019 eingearbeitet werden sollen.

Reichenbacher Straße: Langfristig soll es zwei Fahrspuren geben. In Höhe der Stiftstraße ist eine Querungshilfe geplant. Zudem sollte ein Dialogsystem zur Verringerung der Geschwindigkeit angeschafft werden. Der Bau der Querungshilfe scheiterte bis jetzt an fehlenden Fördermitteln. Vom Dialogsystem ist keine Rede mehr.

Dr.-Friedrichs-Ring: Zwischen der Talstraße und der Max-Pechstein-Straße sollte der Durchgangsverkehr reduziert werden. Durch Änderungen beim Linksabbiegen von der Leipziger Straße in die Max-Pechstein-Straße wurde eine Teilmaßnahme umgesetzt. Für den Umbau der Kreuzung Leipziger Straße/Kolpingstraße wurden für 2019 Mittel für die Planung beantragt. Wenn Fördermittel fließen, ist ein Umbau bis 2020 denkbar.

Innenstadttangente: Ein Projekt aus dem Verkehrsentwicklungsplan könnte den Lärm im Stadtgebiet senken: der Bau der Innenstadttangente zwischen Breithauptstraße und Werdauer Straße. Für den Teilabschnitt Reichenbacher Straße- Werdauer Straße laufen seit diesem Jahr die Planungen.

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