Zwickauer Stadtrat: Zwischen Willkommen und Abschied

Kabarettist Bernd Lutz Lange besucht für Benefiz-Lesung seine alte Heimat. Schiedsrichter Kurt "Poldi" Müller bleibt auch mit 85 Jahren am Ball. Sängerin aus Köln freut sich beim Stadtfest über aufmerksame Zuhörer.

Der Zwickauer Stadtrat muss sich von 20 bisherigen Mitgliedern verabschieden. Vier von ihnen traten bei der Wahl vom 26. Mai nicht erneut an, 15 wurden nicht mehr in das Gremium gewählt, und einer musste wegen eines Wohnortswechsels ausscheiden. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) verabschiedete die scheidenden Räte am Montag in einer kleinen Feierstunde im Rathaus. Findeiß bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit und sagte: "Der Stadtrat ist kein Selbstzweck. Wir tun das, damit sich die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt wohl fühlen, damit sie gute Bedingungen zum Arbeiten, Leben und Lernen vorfinden." Der langjährige SPD-Stadtrat Werner Fischer (70), der aus Altersgründen nicht mehr angetreten war, sagte, der Abschied falle ihm nicht schwer. "Irgendwann muss Schluss sein." Reiner Seidel (74, CDU), der ebenfalls nicht mehr antrat, gab den neuen Räten mit auf den Weg: "Man muss Kompromisse schließen, aber man muss auch mal seine eigene Meinung vertreten." Der neue Stadtrat konstituiert sich am Donnerstag. (ael)

Lutz Blechschmidt (54), Musiker und Moderator, absolvierte am Sonnabend einen Auftritt, der für ihn in dieser Form eine Premiere darstellte. Statt wie sonst üblich auf einer Bühne, spielte er für sein Publikum diesmal in einem Buswartehäuschen am Ortseingang von Hartmannsdorf. Hintergrund war die feierliche Eröffnung der neuen Plusbus-Linie von Zwickau nach Bärenwalde. "Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus hatte die Idee, dass ich die Gäste der Sonderfahrt bei ihrem Zwischenstopp hier in Hartmannsdorf ein wenig musikalisch unterhalten sollte", sagte der aus Mülsen stammende Musiker. Dem Anlass entsprechend hatte er sich für eingängige Melodien wie "It never rains in Southern California" von Albert Hammond entschieden. Lutz Blechschmidt, vielen auch unter seinem Künstlernamen Chris Winters bekannt, steht seit mehr as 20 Jahren auf der Bühne. Seit frühester Jugend ist er mit der Musik verbunden. Er legte zunächst als DJ auf, lernte später Gitarre und Keyboard. Schließlich nahm er sogar professionellen Gesangsunterricht. Inzwischen schreibt und produziert er in seinem Tonstudio auch Songs für andere Künstler und Privatpersonen. (awo)

Kurt "Poldi" Müller (85) ist zehn Tage nach seinem 85. Geburtstag schon wieder im Einsatz gewesen. Am Wochenende leitete er erst ein Spiel der Alten Herren auf dem Bürgerschachtsportplatz und fungierte am Nachmittag als Schiedsrichterbeobachter in Meerane. Der Weißenborner zählt zu den beliebtesten Fußball-Schiedsrichtern in Westsachsen. Die meisten kennen ihn bloß unter seinem Spitznamen. Sein Arbeitsnachweis füllt mehrere Schuhkartons, die er in der Garage aufbewahrt. Akribisch sind 55 Jahre im Dienste des Fußballs auf Karten festgehalten: über 4000 Einsätze als Schiedsrichter oder -assistent. Die Prüfung hat er im Juli 1964 abgelegt. Nach der aktiven Laufbahn griff der ehemalige Gabelstapler-Reparaturschlosser im VEB Sachsenring zur Pfeife. Und ist seitdem ununterbrochen jedes Wochenende auf Achse. Seit 1974 arbeitet Kurt Müller im Schiedsrichterausschuss des Kreisverbandes mit. Er kümmert sich unter anderem um die Betreuung von Nachwuchsreferees und besucht Jubilare. Das langjährige Engagement von "Poldi" ist mit der Ehrennadel des Sächsischen Fußball-Verbandes in Gold, als Vorbildlicher Schiedsrichter (1988), als Sachsens "Schiedsrichter des Jahres" in der Kategorie Oldie (2011) und mit dem Sportförderpreis der Stadtgruppe Zwickau der Deutschen Olympischen Gesellschaft (2019) gewürdigt worden. (tc)

Bernd-Lutz Lange (75), in Zwickau aufgewachsener Kabarettist, kommt am 25. August zu einer Benefiz-Lesung anlässlich 20 Jahre Frauenschutz im SOS-Kinderdorf Zwickau/ Mütterzentrum und Mehrgenerationenhaus in die Robert-Schumann-Stadt. Am Sonntag um 18 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Friedenskirche, Lessingstraße 8. Einlass ist ab 17 Uhr. Lange versteht die Lesung auch als Geschenk an die Bewohner seiner alten Heimatstadt, da er im vorigen Monat seinen 75. Geburtstag gefeiert hat. "Zu meiner Freude haben mich auch aus Zwickau viele gute Wünsche erreicht", verrät Lange. An dem Abend wird der Autor und Kabarettist nur Texte lesen, die in der Stadt seiner Kindheit und Jugend spielen - von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, da ein Hörbuch geplant ist, das im Verlag der Buchhandlung E. Walter Marx Nachf. im kommenden Jahr erscheinen soll. (fp)

Jenny Thiele, Sängerin und Keyboardspielerin der Indie-Pop-Band Fortuna Ehrenfeld aus Köln, hat sich am Samstag zum Stadtfest bei der 4.Singer-Songwriter-Nacht des Alten Gasometers am Muldeparadies über den schönen Empfang des Publikums beim ersten Zwickau-Auftritt der Band im zweiten Jahr ihres Bestehens gefreut. Erfreut zeigte sich die in Dresden geborene und in Köln lebende Künstlerin auch über interessante Gespräche nach dem Konzert, besonders darüber, dass zu den begeisterten Zuhörern auch ein Namensvetter ihres Bruders Sascha gehörte. Während des Konzerts meinte sie noch: das Zwickauer Publikum sei zwar etwas schüchtern, habe aber sehr aufmerksam zugehört. Der Fortuna-Ehrenfeld-Frontmann Martin Bechler verriet, dass seine Mutter, eine Chemnitzerin, ihn stets eingebläut hätte: Die Sachsen sind helle! (lth)

Jens Juraschka (44) ist zufrieden: Es ist geschafft. Dem Spendenaufruf des Geschäftsführers des Vereins Gemeinsam Ziele Erreichen zur Unterstützung von Schulanfängern aus sozial benachteiligten Familien mit Ranzen und Zuckertüten sind mehr Bürger und Firmen als in den voran gegangenen Jahren gefolgt. Eine neue Entwicklung war das Bedürfnis eines Teils der Spender, in Absprache mit der Zwickauer Tafel die Ranzensets selber neu zu kaufen und diese dann vorbeizubringen. Der Trägerverein mit seinen ehrenamtlichen Tafelhelfern konnte in diesem Jahr insgesamt 22 Schulanfängern aus Familien, die durch die Zwickauer Tafel unterstützt werden, mit neuen und kompletten Schulausrüstungen und den dazugehörigen Zuckertüten eine große Überraschung bereiten. Somit konnten die Familien dieser Schulanfänger finanziell stark entlastet werden. Damit ist es möglich geworden, gerade in dieser Hinsicht für Chancengleichheit zu sorgen. "Es ist einfach überwältigend, wie es immer wieder gelingt, aus dem Aufruf so einen Erfolg zu machen", freut sich Juraschka über die zuteil gewordene finanzielle und materielle Hilfe. "Danke an alle Spender." (fp)

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