Zwickauerin besiegt deutsche Konkurrenz

Erstmals geht der erste Platz beim Bundesausscheid der Lackierer nach Sachsen. Dabei wollte Gewinnerin Maxi Vogel eigentlich Lehramt studieren.

Zwickau.

Sachsen sucht händeringend Lehrer. Doch Maxi Vogel aus Zwickau ist bei ihrem Versuch, nach dem Fachabitur im Freistaat Lehramt zu studieren und Lehrerin für Mathematik und Biologie zu werden, ausgebremst worden. Obwohl sie den Abschluss mit einem Durchschnitt von 1,0 geschafft hat. Stattdessen wurde sie jetzt Deutschlands beste Lackiererin.

"In Sachsen ist so ein Studium nach dem Erwerb der Fachhochschulreife nicht möglich. Ich hätte anderswo, beispielsweise in Potsdam, die Ausbildung machen müssen. Doch ich wollte im Freistaat bleiben", berichtet die heimatverbundene 21-Jährige. Und so begann die junge Frau eine Lehre zur Lackiererin in der Firma der Eltern, dem Karosseriefachbetrieb Lackiererei Vogel an der Franz-Mehring-Straße in Zwickau. Dank vorherigem Fachabitur und guter Leistungen schloss sie diese im Frühjahr schon nach der Hälfte der Zeit, also nach eineinhalb Jahren, ab. Weil Maxi Vogel zu den zwei besten Absolventen im Bereich der Handwerkskammer Chemnitz gehörte, wurde die Zwickauerin im September zum Landeswettbewerb delegiert. Dort gestaltete sie wie alle Teilnehmer eine Fahrzeugtür, eine Werbetafel und eine Tischplatte zum Thema Après-Ski-Bar. Die Arbeiten überzeugten die Jury. Maxi Vogel kehrte als Landessiegerin heim und hatte sich so für den Bundesleistungswettbewerb im November in Stuttgart qualifiziert, bei dem sie das Motto "Lack und Kreativität in einer digitalen Welt" auf einer Fahrzeugtür, einem Plakat und einem Modellauto umzusetzen hatte.

Aus 13 der 16 Bundesländer waren die Sieger - acht junge Männer und fünf junge Frauen - angereist. Maxis Eltern, Swen und Ina Vogel, begleiteten sie. "Zusehen bei der Arbeit durften wir unserer Tochter nicht. Der Wettbewerbsort war eine Art Hochsicherheitstrakt", erzählt der Vater, der selbst Lackiermeister und Diplomingenieur für Kraftfahrzeugtechnik ist. "Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse waren wir mit dabei, und die war spannend wie ein Krimi. Zuerst wurden alle genannt, die es nicht aufs Treppchen geschafft hatten. Dann war Maxi auch nicht die Dritte und die Zweite, sondern wir konnten ihren Sieg bejubeln." Die Erstplatzierte schaffte damit eine Premiere: "Man hat mir in Stuttgart gesagt, dass bei dem Bundeswettbewerb zum ersten Mal jemand aus Sachsen gewonnen hat."

Die Eltern freuen sich, dass nach Sohn Stiev, der Karosseriebauer und Diplomwirtschaftsingenieur ist, nun auch die Tochter mit in den Familienbetrieb eingestiegen ist. Sie macht gegenwärtig ihren Meister. Am Samstag ist sie zur "Ehrung der Besten" beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks nach Berlin eingeladen.

Und der Traum vom Lehrerberuf? "Von dem habe ich mich verabschiedet. Was ich jetzt tue, macht mir Spaß. Gemeinsam mit meinem Bruder will ich unseren Familienbetrieb weiterführen", sagt Maxi Vogel.

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