Zwölfwöchiger Verzug beim Bau der Schlunziger Mulden-Brücke

Eigentlich sollte das futuristisch wirkende Bauwerk ab Ende Juli an die Straße angeschlossen werden. Weil ein Subunternehmen nicht pünktlich anrückte, ist die Terminkette durcheinandergeraten. Trotzdem ist es nach wie vor das Ziel, die Brücke noch in diesem Jahr freizugeben.

Schlunzig.

Erst einmal gibt es weiter freie Fahrt auf der Moseler Allee (S 286 a) im Zwickauer Ortsteil Schlunzig. Die für Ende Juli bis Oktober geplante Vollsperrung der Trasse verschiebt sich. Sie ist erforderlich, um die neue Schrägseil- brücke, die gerade über die Zwickauer Mulde entsteht, an die Straße anzubinden. Doch beim Brückenbau gibt es einen zwölfwöchigen Verzug, informierte jetzt das Amt für Straßenbau des Landkreises Zwickau auf Nachfrage.

Der spanische Subunternehmer, der für den Einbau der Tragseile verantwortlich zeichnet, sei trotz wiederholter Mahnung erst seit Dienstag dieser Woche auf der Baustelle tätig. Vertraglich hätte er bereits Ende April vor Ort sein müssen, begründet die Behörde den Verzug. So habe die Arbeit auf der Baustelle für einen längeren Zeitraum ruhen müssen. Ohne die eingebauten Seile seien keine weiteren oder anderen Arbeiten möglich gewesen. Und das bei bestem Bauwetter, bedauert das Amt. "Bis zur Betonierung lag der Brückenbau fast auf den Tag genau im Zeitplan", sagt Landkreissprecherin Ilona Schilk. Wie der weitere Terminplan aussieht, könne von den Beteiligten erst nach dem Seileinbau festgelegt werden. Nach wie vor bestehe aber das Ziel aller am Bau Beteiligten, die Brücke noch in diesem Jahr für den Verkehr freizugeben. Die Behörde macht darauf aufmerksam, dass die Fixkosten für die Baustelle trotz des Stillstands weitergelaufen sind. Wie sich das letztendlich auf die Kosten auswirke, könne aktuell nicht genau beziffert werden.


Mit einem Kreistagsbeschluss war ein Unternehmen aus dem Frohburger Ortsteil Frankenhain mit dem Brückenbau beauftragt worden. Der Betrieb hatte mit knapp 7 Millionen Euro das wirtschaftlichste der fünf Angebote gemacht. Der Neubau war nötig geworden, weil die Brücke aus dem Jahr 1964, über die der Verkehr derzeit noch rollt, beim Hochwasser im Sommer 2013 erheblich beschädigt worden und in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt ist. Für die futuristisch wirkende Schrägseilbrücke hatte sich der Landkreis entschieden, weil diese Lösung einen geringeren Eingriff in den Naturhaushalt als andere Varianten ermögliche. Schließlich entsteht das Bauwerk in einem sogenannten Flora-Fauna-Habit-Gebiet, das Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks ist. Das Bauwerk trage zudem ästhetischen Kriterien Rechnung und füge sich gut in das Landschaftsbild ein.

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