Zwickauer Bündnisse rufen zu Demo gegen Rassismus auf

Nach dem Tod von George Floyd in den USA gehen nun auch Menschen in der Muldestadt auf die Straße. Am Samstag demonstrieren sie gegen Polizeigewalt und Diskriminierung.

Zwickau.

Weltweit haben in den vergangenen Tagen Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus demonstriert, nachdem der Afroamerikaner George Floyd von Polizisten getötet wurde. Nun soll es auch in Zwickau eine entsprechende Kundgebung geben. Der Verein Roter Baum ruft am Samstag 14 Uhr auf dem Platz der Völkerfreundschaft zum Protest auf, gemeinsam mit den Bündnissen Für weniger Angst, Fridays For Future, Activisti Zwickau und der anonymen Künstlergruppe Sternendekorateure.

"Der Mord war für uns ein Anlass für die Demo", sagt Anja Dähne vom Verein Roter Baum. Rassismus und Polizeigewalt sei auch in Sachsen ein Problem. Menschen mit Migrationshintergrund würden im Alltag häufiger damit konfrontiert, erzählt Sulayman Bah: "Ich selbst wurde schon von der Polizei auf dem Neumarkt kontrolliert und weiße Personen wenige Meter weiter nicht." Er sei wegen seiner Hautfarbe durchaus anders behandelt worden, will das aber nicht verallgemeinern. Nicht jeder Polizist verhalte sich so.

Angemeldet ist die Demonstration für 250 Teilnehmer. "Wir hoffen sehr, dass so viele Menschen da sein werden, die sich für eine bunte und demokratische Gesellschaft einsetzen", erzählt Mitorganisatorin Jessica Rogsch. Auf Auflagen wie Mund-Nasenschutz und Mindestabstand weisen die Organisatoren hin. "Außerdem ist für uns spannend, welche Politiker und Parteien sich unserer Demonstration anschließen werden", so Rogsch. Eine sichere Teilnahme gibt es bereits: die Leipziger Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Die Linke). "Sie wird während der Demo eine Rede zum neuen Polizeigesetz halten", sagt Rogsch. Andere Kommunalpolitiker und Mitglieder des Stadtrates haben sich nach Angaben der Organisatoren noch nicht angekündigt. Dafür wird der Berliner Rapper Matondo auftreten.

Ob eine Gegendemonstration stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. "Noch hat uns kein Gegenwind erreicht und wir hoffen auch das dies so bleibt, schon alleine um die Menschen auf unserer Versammlung zu schützen", so Dähne. Zu Aktionen der Fridays-for-Future-Bewegung in Zwickau hatten sich mehrfach Gegenkundgebungen formiert. Nun sehen die Aktivisten auch die Politik in der Verantwortung. "Ich wünsche mir, dass sich alle Menschen, insbesondere Polizisten, so verhalten, dass sie noch in den Spiegel schauen können. Gewalt ist niemals eine Lösung. Wir wollen alle friedlich miteinander leben", so Dähne. Zuletzt hatte es vielerorts Kundgebungen gegen Rassismus gegeben. Allein in Leipzig wurden 15.000 Teilnehmer gezählt.

Im Zeichen der "Blacklivesmatter"-Kampage, die unter anderem mit weltweiten Demonstrationen eine Reaktion auf den gewaltsamen Tod des schwarzen US-Bürgers George Floyd ist, zeigt der Filmpalast "Astoria" in Zwickau am Sonntag ab 17.30 Uhr den Film "BlacKkKlansman" von Spike Lee. Erzählt wird die absurde, aber wahre Geschichte des schwarzen Kriminalbeamten Ron Stallworth in den frühen 19070er-Jahren, der sich als Extremist ausgibt und telefonischen Kontakt zu einer lokalen Rassistenvereinigung aufnimmt. Immer, wenn es zu einem Treffen kommt, übernimmt sein Kollege Flip Zimmerman Rons Rolle. Gemeinsam wollen sie den Clan zu Fall zu bringen. (ja)

zwickau.filmpalast.de

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