Gabriele Fritsch (l.) und Silvia Vogel wollen kein Freiluftkino in ihrer Nachbarschaft, wie es eine Idee zur Uferparkgestaltung an der Chemnitz nahe des Falkeplatzes vorsieht.
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Anwohner laufen Sturm gegen Freiluft-Kino-Pläne
Idee für Open-Air-Veranstaltung am Uferpark in der Kritik - Nachbarn beschweren sich über Weltecho - Rathaus: Keine Probleme bekannt
Entschieden ist nichts, doch Widerstand formiert sich schon: Anwohner der Annaberger Straße in Nachbarschaft zum Kulturzentrum Weltecho wollen verhindern, dass Betreiber dieses Zentrums ein Freiluftkino organisieren. Und zwar auf einem Platz nebenan an der Chemnitz. In einem Leserbrief an die "Freie Presse" unterschreiben elf Anwohner: Ihnen stelle sich schon bei dem Gedanken an das Kino die Nackenhaare hoch.
Denn: Vom Weltecho fühlten sie sich schon lange gestört, sagt Anwohnerin Gabriele Fritsch. "Nachts können wir kein Auge zu tun, weil bis früh gefeiert wird." Zudem benähmen sich Besucher "wie die Axt im Walde" - urinierten im Gelände, hätten Sex, ließen Kondome liegen. Deshalb liefen Anwohner Sturm gegen die Idee, dass das Weltecho auch noch Freiluftkino veranstaltet.
Diese Idee sei bei einem Treffen mit Vertretern der Stadtverwaltung besprochen worden, sagt Ulf Kallscheidt vom Verein Oscar, einem der Betreiber des Weltechos. Der Verein als Anlieger sei um Ideen gebeten worden, wie der Uferpark an der offen gelegten Chemnitz gestaltet werden könnte. "Für uns ist dort Freiluftkino vorstellbar", so Kallscheidt. "Aber entschieden ist noch nichts."
Die Anschuldigungen gegenüber dem Weltecho seien haltlos. "In unserem Veranstaltungskalender sieht man, dass wir nicht ständig bis früh feiern." Auch im Rathaus ist von "all diesen wilden" Problemen, die die Nachbarn schildern, nichts bekannt, sagte Sprecherin Katja Uhlemann. Das Ordnungsamt überprüfe aber bei Veranstaltungen routinemäßig den Lärmpegel. Und im Weltecho, so Kallscheidt, messe wegen eines Streits mit dem letzten Wohnungsmieter im Haus ein externer Gutachter den Pegel. "Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor", sagt Kallscheidt. Probleme mit sich daneben benehmenden Gästen habe es lediglich bei einigen Uni-Partys im Weltecho gegeben. "Beim letzten Mal haben wir mehr Sicherheitsleute platziert. Da gab es auch keine Probleme mehr, das hat uns ein Nachbar bestätigt", so Kallscheidt. Ob er bereut, mit dem Weltecho als Voxxx-Nachfolger an die bewohnte Annaberger Straße gezogen zu sein? "Nein, wir sind in die Innenstadt gegangen, weil wir sie beleben wollen."
Gegen Freiluftkino generell habe sie auch nichts, sagt Gabriele Fritsch. Wenn es nicht ständig und nicht in der Nähe von Anwohnern stattfinde. Ihrer Ansicht nach eigne sich dafür der Theaterplatz. Vielleicht wird der dafür tatsächlich einmal genutzt. Der Veranstalter der Dresdner Open-Air-Kinoreihe "Filmnächte am Elbufer" hatte "Freie Presse" gesagt, dass er überlege, sein Konzept auch in Chemnitz umzusetzen - an einem geeigneten Platz. Demnächst sei ein Termin zwischen dem Veranstalter und dem städtischen Kulturbüro geplant, um die Ideen zu besprechen, sagte Rathaus-Sprecherin Uhlemann.
Abstimmung: Soll es Freiluftkino in der Chemnitzer Innenstadt geben?


