Sozialarbeiter, Künstler und Mitarbeiter von Kulturvereinen haben am Mittwochnachmittag gegen das neue Sparpaket Ekko II protestiert. Eigentlich sollte der Stadtrat das Maßnahmenbündel am Mittwoch beschließen, doch die Verwaltungsspitze nahm das Papier kurzfristig von der Tagesordnung.
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Chemnitz: Sparpaket vertagt - Bauvorhaben werden zur Hängepartie
Weil die Kürzungsvorschläge im Stadtrat zu scheitern drohten, hat OB Ludwig die Beschlussfassung verschoben
Die Nachricht erreichte die Stadträte knapp zwei Stunden vor Sitzungsbeginn: Weil sich keine Mehrheit für das neue Sparpaket abzeichnete, nahm Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die Beschlussvorschläge am Mittwochmittag kurzerhand von der Tagesordnung. Als Ersatz ist nun der 2. Juli vorgesehen: Dann soll das sogenannte Entwicklungs- und Konsolidierungskonzept (Ekko II) in einer Sondersitzung des Stadtrats erneut zur Debatte stehen. Der 2. Juli gilt als letztmöglicher Termin, um den pünktlichen Start des vierspurigen Ausbaus der Zschopauer Straße zwischen Stadtgrenze und Südring zu ermöglichen.
Der Lückenschluss in Adelsberg hängt unmittelbar von einer Bestätigung der Sparvorschläge durch den Stadtrat ab (siehe Kasten). Eigentlich ist der Start für das 20-Millionen-Euro-Projekt für August dieses Jahres geplant; die Ausschreibung ist bereits erfolgt.
Allerdings endet am 2. Juli die Frist, in der die Baufirmen an die Ergebnisse der Ausschreibung gebunden sind. Sollte also an jenem Tag kein Beschluss zu Stande kommen, müsste die Ausschreibung wiederholt werden, was den pünktlichen Baubeginn wackeln lässt. Baubürgermeisterin Petra Wesseler gab sich am Mittwoch dennoch optimistisch. "Wenn wir an dem Tag vor Mitternacht den Beschluss haben, könnten wir bis 23.59 Uhr das Fax an die Baufirmen rausschicken", sagte sie der "Freien Presse". Dann wäre der Zeitplan gerettet.
An der Beschlussfassung zum Sparpaket hängt aber nicht nur der pünktliche Baustart der Zschopauer Straße. Davon sind auch weitere Straßenbaumaßnahmen, Kita-Sanierungen und der Erweiterungsbau der Musikschule auf dem Kaßberg betroffen. Daher drängt die Verwaltungsspitze die Räte, die neuen Sparvorschläge zu bestätigen. "Weil der Beschluss so wichtig für die Handlungsfähigkeit der Stadt ist, werden wir nochmals Gespräche mit Fraktionen auch über neue Vorschläge führen", teilte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig mit.
Zu den bisherigen Vorschlägen zählt die erneute Erhöhung der Grundsteuer B, die Anhebung der Unterrichtsgebühren an der städtischen Musikschule, die Reduzierung der Kita-Betreuungszeiten von täglich 7,5 auf 6 Stunden für jene Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil nicht berufstätig ist, die geplante Übergabe des Freibads Bernsdorf an einen privaten Betreiber sowie die Schließung der Schwimmhalle in Bernsdorf.


10:28 Uhr
ChemB: @acals:
In die Rubrik "sozial schwach" würde ich eher einige Politker schieben. "Finanziell schwach" paßt hier dann besser.
Das Land senkt die Zuweisungen für die Kommunen - UND WIESO bei den enormen Steuermehreinnahmen. WO ist denn das Geld, was angeblich fehlt. Da sollten vielleicht mal unsere Stadtratsfraktionen bei ihren Landeskollegen fragen, warum kein Geld für die grundlegenden Dinge wie Kitas und Schulen da ist.
23:00 Uhr
acals: Also, dass kann ich mir nicht vorstellen das keine Mehrheit für EKKO II zustande kommen soll. Vor geraumer Zeit wurde mit gefeierter und überwältigender Mehrheit in nachträglicher Abstimmung beschlossen, dass 'wir' uns das zwar nicht leisten können, aber wollen.
Sämtliche Anmerkungen, dass gravierende Probleme anstehen konnten ignoriert werden; a la Kleinbürgertum, begrenzter Horizont, mangelnder Weitblick etc.; wobei selbst finanztechnischen Laien aufgefallen ist das finanzielle Deckung nicht vorhanden ist. So verwundert nun schon - im Revue passieren lassen was in Chemnitzer Zeitungen i. Allg. zu hören ist - das verbale Gewalt geäussert wird, wenn EKKO II nicht zugestimmt wird. Motto "Sinn eines Mandats ist nicht, damit seine Stadt in Not zu bringen". Äussert interessantes Zitat, wird in Zukunft noch oft genannt werden ... (Blick, 20. Juni 2012, Seite 1)
Ich bin aber ganz entspannt, denn Prestigegewinn, Berichterstattung in überregionalen Medien etc. zum doppelt durchzuführenden Beschluss bringen soviel rein, dass in Chemnitz nicht auf Kosten sozial schwacher und Kindern gespart werden muss.