Jubel herrschte bei CFC-Fans und Stadion-Befürwortern unmittelbar nach der Entscheidung des Chemnitzer Stadtrates auf dem Neumarkt. Die Sitzung wurde auf einer Großleinwand übertragen.Foto: Haertelpress
Chemnitz baut dem CFC ein neues Fußballstadion
Stadt zahlt für neue Arena jährlich bis zu zwei Millionen Euro Pacht
Chemnitz. Mit deutlicher Mehrheit hat der Chemnitzer Stadtrat am Mittwochabend für den Neubau eines Fußballstadions gestimmt. Die Arena, die an der Stelle der bisherigen Anlage im Stadtteil Sonnenberg entstehen wird, soll künftig die Heimspielstätte des Drittligisten Chemnitzer FC werden. 1500 Fans des CFC feierten die Entscheidung auf dem Markt der Stadt. Als Bauherren beauftragten die Ratsmitglieder eine städtische Tochterfirma, die Wohnungsgesellschaft GGG. Das Unternehmen hat in Chemnitz bereits mehrere Großprojekte realisiert, derzeit entsteht in seiner Regie das Archäologiemuseum in der Innenstadt.
Die Baukosten für das neue Stadion hat der Stadtrat mit seinem Beschluss begrenzt, sie dürfen 25 Millionen Euro nicht überschreiten. Zudem darf die Pacht, die die Stadt ab 2013 an die GGG zahlen muss, bei höchstens zwei Millionen Euro jährlich liegen. Um die Finanzierung des Projekts hatte es zuvor in der Ratssitzung eine dreieinhalbstündige Debatte gegeben. Anlass war der Umstand, dass die Rathausspitze keine konkreten Angaben dazu machen konnte, woher die zwei Millionen Euro jährlich kommen sollen. Zudem hat der Chemnitzer Stadtrat wegen zurückgehender Zuschüsse des Freistaats erst im Januar ein millionenschweres Kürzungspaket beschlossen, das alle Bereiche des öffentlichen Lebens betrifft.
Kritik gab es in der Ratssitzung am Mittwoch auch an der Sächsischen Staatsregierung. Der Freistaat hatte die Förderung des Vorhabens aus Landesmitteln abgelehnt.


19:34 Uhr
fuxx: @HB: Ich stimme zu, dass Chemnitz auch in Zukunft nicht nur aus dem Stadion bestehen wird. Und das es sicher nicht einfacher wird, alle wünschenswerten Leistungen und Einrichtungen zu finanzieren. Jedoch steht Chemnitz wirtschaftlich und finanziell zumindest nicht schlechter da als eine Vielzahl vergleichbarer Städte. Daher ist jeder aufgerufen, sich für die Leistungen einzusetzen, die ihm wichtig sind.
18:36 Uhr
fuxx: @f...: Es ist zumindest möglich. Ob es richtig ist, darüber kann man diskutieren.
Für mich ist wichtig, dass Chemnitz in Zukunft nicht mehr länger die Rolle des sächsischen Aschenputtels spielt. Denn das hat unsere Stadt nicht nötig.
17:22 Uhr
HorrorBeetle: Ich möchte hier einmal einen Strich in der Diskussion ziehen. Fest steht: das Stadion soll gebaut werden, es wird durch die Stadt finanziert und diese wird das Geld irgendwie und von irgendwo aufbringen.
Über die Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung brauchen wir nicht mehr streiten, es wird keinen Einfluss mehr nehmen und wir berauben uns selbst der Freude auf ein Projekt, was diese Stadt voranbringen kann.
Vielmehr sollte es unser Ziel als Stadt sein, die Auswirkungen dieser Entscheidung, welche selbst von den Befürwortern als drastisch anerkannt wurden, in einen Rahmen zu drängen, der für die Stadt und deren Bürgern in einem akzeptablem Rahmen bleibt.
Dazu ist es wichtig, dass sich die Bürger >also wir< mehr einmischen, Diskussionen führen, Foren gründen und füllen und unseren Volksvertretern klar zu verstehen geben: das ist der Wille von Chemnitz, das nicht.
Dabei muss aber jedem klar sein: es werden in Zukunft vermehrt harte Entscheidungen getroffen werden müssen. Wir dürfen keine Ja-Und-Amen-Mentalität bilden, wie sie beim Stadion durchgeblickt ist, sondern es muss ganz genau auf den Einzelfall bezogen kommentiert werden, was wir und was diese Stadt will - und was nicht.
Insofern stehen wir jetzt alle auf der gleichen Seite, haben die gleichen Ziele und können auch zusammen als Stadt nach Lösungen suchen. Freuen wir uns auf das Stadion, auch wenn einige (wie z. B. ich) mit der Entscheidung nicht einverstanden sind und machen das Beste draus!
Am Ende geht es doch um UNSER Chemnitz.
16:01 Uhr
f1234: @fuxx:
Nur wenn es woanders auch gemacht wird, muss es noch lange nicht richtig sein.
Förderung des Amateur- und Breitensports? Ja!
Staatliche Alimentierung des Profifussballs? Nein!
13:57 Uhr
fuxx: @Litops:
Ich habe den Eindruck, Sie wünschen sich genau das. Fällt Ihnen auch sichtlich schwer, das zu verbergen...