Ungarn lautete das Thema des Chemnitzer Opernballs 2010, und das Haus war prächtig geschmückt. Als Csárdásfürstinnen begleiteten Anna Gierden (l.) und Silke Kirchhübel die Gäste durch den Abend. Hendrik Schmidt
Chemnitz erlebt glänzenden Opernball
750 Gäste feiern 8. Ballnacht im Opernhaus - Intendant: Keine Veranlassung, etwas zu ändern
Chemnitz. Zum 8. Chemnitzer Opernball sind am Samstagabend rund 750 Gäste ins Opernhaus geströmt, wo sie von Theaterintendant Bernhard Helmich begrüßt wurden. Unter den Gästen waren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur, darunter Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig mit ihrem Lebensgefährten, dem Restaurator und Tischlermeister Sebastian Schulz aus Chemnitz, der Präsident der Landesdirektion, Karl Noltze mit Frau Gisela und Kunstsammlungschefin Ingrid Mössinger.
Ungarn lautete das Thema, und das Haus war prächtig geschmückt. Rund 6300 Blumen vornehmlich in den Nationalfarben Rot, Weiß und Grün waren als Gestecke auf den Tischen verteilt oder als Schmuck an Wänden und Decken arrangiert. Im Galaprogramm erklangen Ausschnitte aus Operetten, so aus Franz Lehárs "Zigeunerliebe" oder Emmerich Kálmáns "Csárdásfürstin".
"Dieser Ball unterscheidet sich von anderen durch das tolle Galaprogramm. Das ist einzigartig", sagt Tilo Kühl-Schimmel, Juniorchef der Chemnitzer Tanzschule Köhler-Schimmel. In diesem Jahr standen auch Ausschnitte aus dem Musical "Elisabeth" auf dem Programm, präsentiert von Kristin Hölck und Christian A. Müller, der in Chemnitz in "Evita" auf der Bühne steht. "Auf dem Dresdner Opernball muss man zwei Stunden im Wartebereich stehen, dann tanzen die Debütanten, dann die Gäste, das war's", sagt Tilo Kühl-Schimmel.
Unter den Gästen waren OB Barbara Ludwig mit ihrem Lebensgefährten Sebastian Schulz.
Foto: M. Ludwig
Aber: Debütantenwalzer - bei denen einst junge Leute in die Gesellschaft eingeführt wurden - bringen auch heute Gäste unter 30 Jahre zu den Bällen. So einen Debütantenwalzer gibt es in Chemnitz nicht. "Das ist okay, aber vielleicht könnte man erwägen, Flanierkarten zu verkaufen", sagt Kühl-Schimmel. Die müssten sehr viel preiswerter als die regulären Karten bis 290 Euro sein und nur an junge Leute verkauft werden. "Oder warum lädt man nicht den aus Chemnitz stammenden Schauspieler Matthias Schweighöfer ein? So könnte man jüngere Leute zum Ball locken." Mirko Dreischarf, Chef der Tanzschule Emmerling, sieht das Problem anderswo: "Es gibt immer weniger junge Leute, die richtig tanzen können."
Welchen Spaß das machen kann, zeigten die Besucher des Opernballs, die nach dem Programm auf den Tanzflächen zu Big-Band-Sound und Walzer tanzten. Es spielten unter anderem Ensembles der Chemnitzer Philharmonie, das Dresdner Salonorchester und die Big Band des Filmorchesters Babelsberg. In den Pausen bedienten sich die Gäste am Buffet. Chefkoch Roland Keilholz hatte tausenderlei Sachen aufgetischt, von der Fasanenterrine über gegrillte Hummerschwänze und Rehrücken bis hin zu Eis-Kreationen. Rund 140 Mitarbeiter seien für die Versorgung zuständig gewesen.
Intendant Helmich zeigte sich zufrieden. "Es gibt keine Veranlassung, am Ball etwas zu ändern." Das Galaprogramm sei bewährt, man komme ohne Debütanten aus, ohne Prominente. "Nichts gegen Herrn Schweighöfer, aber wir laden bewusst keine Prominenz ein. Bei uns sind die Chemnitzer die Prominenten." Das schaffe eine intimere Atmosphäre. "Und das macht den Charme des Chemnitzer Opernballs aus."
Im Galaprogramm singt Kristin Hölck "Ich gehör nur mir" aus dem Musical "Elisabeth".
Foto: W. Schmidt
Von Katharina Leuoth


