Friedenskundgebung auf dem Chemnitzer Theaterplatz. Foto: Andreas Truxa
Chemnitzer zeigen Gesicht gegen Rechts
2000 Demonstranten auf Theaterplatz - Zahlreiche Gedenkveranstaltungen
Chemnitz. Mit mehreren Veranstaltungen haben die Chemnitzer am Freitag der Zerstörung ihrer Stadt vor 65 Jahren gedacht. Am Nachmittag versammelten sich 2000 Demonstranten, um gegen einen Neonazi-Aufmarsch zu protestieren. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sprach auf dem Theaterplatz wie auch ihr Amtskollege Albrecht Schröter (SPD) aus Jena. Die Stadt stehe im Kampf gegen Rechtsextremismus nicht allein, sagte er.
Der Aufruf zur Aktion "Kein Platz für Nazis" war neben zahlreichen Chemnitzern unter anderen vom Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, von der Witwe des in Chemnitz geborenen Schriftstellers Stefan Heym, Inge Heym, und von der Bundesvorsitzenden der Grünen, Claudia Roth, unterzeichnet worden.
Um Zusammenstöße zwischen linken und rechten Gruppen zu verhindern, hatte die Polizei insgesamt 1400 Beamte aus vier Bundesländern im Einsatz. Die Gegend um den Hauptbahnhof war nahezu vollständig abgeriegelt. Bis zum Abend kam es nach Polizeiangaben aber zu keinen Zwischenfällen. Festnahmen habe es keine gegeben, auch keine Anzeigen wegen Sachbeschädigung, sagte eine Sprecherin.
Der Gedenktag hatte mit einer Kranzniederlegung auf dem Städtischen Friedhof begonnen. Dort erinnerte Oberbürgermeisterin Ludwig daran, dass annähernd
4000 Chemnitzer Frauen, Männer und Kinder Opfer eines Bombenkrieges wurden, der im September 1939 von Hitlerdeutschland ausgegangen war. Mit dem seit einigen Jahren als Friedenstag begangenen 5. März wolle Chemnitz die Erinnerung generationsübergreifend wach halten.
Von Swen Uhlig und Michael Brandenburg


