Damm soll Niederfrohna vor Fluten schützen
Bis Ende des Jahres entsteht ein Regenrückhaltebecken am Frohnbach - 16,9 Millionen Liter Wasser passen in Anlage
Niederfrohna. Niederfrohna. Vom Hochwasser Anfang August ist Niederfrohna zwar verschont geblieben, trotzdem will sich die Gemeinde vor künftigen Fluten schützen: Übernehmen soll das ein Regenrückhaltebecken am Frohnbach, das bis Ende des Jahres fertig sein soll. Das Vorhaben kostet rund 275.000 Euro, drei Viertel der Summe werden von der Europäischen Union bezahlt. "Es wird Zeit, dass das Becken gebaut wird", sagt Bürgermeister Klaus Kertzscher (Freie Wähler). "Es bringt eine große Entlastung für den Ort", so das Gemeindeoberhaupt weiter.
Und der Schutz ist laut Kertzscher dringend nötig. Denn der Ort liegt an zwei Gewässern, dem Frohn- und Pfarrbach, die in der Vergangenheit nach starken Regenfällen häufig über die Ufer traten. So geschehen etwa 2009 und 2002. Dass Wassermassen aus Limbach-Oberfrohna in den Frohnbach fließen, erhöht die Hochwassergefahr außerdem. "Besonders der untere Ortsteil ist immer sehr stark vom Hochwasser betroffen gewesen", so Kertzscher weiter.
In das Becken passen nach Angaben von Peter Philipp, Geschäftsführer eines Dresdner Planungsbüros, 16.900 Kubikmeter Wasser - das entspricht 16,9 Millionen Litern. So viel würde auch in annähernd 121.000 haushaltsübliche Badewannen mit einem Fassungsvermögen von 140 Litern passen. Zum Vergleich: Selbst wer sich täglich ein Bad gönnt, bräuchte fast 332 Jahre, um ein volles Regenrückhaltebecken in Niederfrohna zu leeren.
Der Frohnbach fließt durch das Becken. Bei starken Regenfällen nimmt das Becken das Wasser auf und lässt es gedrosselt in den Frohnbach ablaufen. Damit wird laut Philipp verhindert, dass der Frohnbach über die Ufer tritt - auch nach dem Zufluss des Limbacher Pfarrbachs an der Kläranlage Niederfrohna. Selbst bei extremen Regenfällen könne der Damm den Abfluss noch drosseln. Mit einer Talsperre zu vergleichen sei das Bauwerk aber nicht. Der Damm sei wesentlich kleiner, außerdem stehe im Normalfall kein Wasser im Becken, so Philipp. Dann wird das Gelände sogar als Weide genutzt.
Zwar ist das Becken kleiner als eine Talsperre, trotzdem erreicht das Bauwerk eine beachtliche Größe: Der Damm wird beiderseits des Frohnbachs auf einer Länge von 140 Metern mit Erde aufgeschüttet und erreicht in der Dammkrone eine Höhe von bis zu 4,50 Meter. Der Überlauf an der Krone besteht aus Stein. Am Fuß der Böschung ist der Damm 30 Meter breit, an der Krone vier Meter. Das Wasser des Frohnbach fließt in einem Durchlass - also einem viereckigen Rohr - durch das Becken.
Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten auf dem Gelände, etwa Rodungen. Sobald es trocken ist, können die Erdarbeiten beginnen, erklärt Wolfgang Delling, Chef der beauftragten Baufirma aus Claußnitz. "Die größten Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, um Niederfrohna so schnell wie möglich zu schützen", so Philipp. Restarbeiten, etwa Pflanzungen, sollen bis April 2011 erfolgen. Im Hochwasserschutz nehme die Gemeinde eine Vorreiterrolle ein, so Philipp weiter. "Niederfrohna hat sich schon früh dazu durchgerungen, ein solchen Regenrückhaltebecken zu bauen."


