Während ihrer Präsentation erinnerten Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und TU-Rektor Klaus-Jürgen Matthes an die Bewerbung um den Titel "Stadt der Wissenschaft 2011" Ende März in Berlin (Bild im Hintergrund). Dabei war Chemnitz knapp Mainz unterlegen.
Foto: Andreas Truxa
Ideen für Chemnitz auf Großbildleinwand
Stadtverwaltung und Technische Universität präsentieren erste Projekte für das "Jahr der Wissenschaft 2011" -Einwohner sollen sich beteiligen
Chemnitz. Nachdem Chemnitz den Titel "Stadt der Wissenschaft 2011" knapp verpasst hat, feiert es nun sein eigenes "Jahr der Wissenschaft 2011". Dafür soll ein Großteil der Projekte verwirklicht werden, mit denen sich die Stadt Ende März um die bundesweite Anerkennung beworben hatte. Einige davon stellten Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und der Rektor der Technischen Universität, Klaus-Jürgen Matthes, am Montagabend im Schauspielhaus öffentlich vor. "Wir werden an die Bewerbung anknüpfen und die Energie aus der Bewerbung nutzen", sagte Ludwig.
Fest steht bereits, dass die Jubiläen 175 Jahre Technische Universität im Mai und 100 Jahre Neues Rathaus im September den Rahmen des Wissenschafts-Jahres bilden werden, wie Matthes erklärte. Zwischen diesen beiden Terminen sollen beispielsweise der Brühl als Bürgerplattform wiederbelebt, ein Haus der Kreativität zum Experimentieren für Kinder eröffnet, Leerräume in der Stadt mit Ideen gefüllt und ein Aktionstag der Mobilität veranstaltet werden. Weitere Projekte sind ein Einblick in die Produktion der Zukunft am Fraunhofer Institut IWU, Beschäftigung mit der Textilindustrie unter dem Motto "Chemnitz spinnt" und Heym-Gespräche, zu denen die internationale Stefan-Heym-Gesellschaft einlädt. "Es gibt noch keine abschließende Planung. Ich lade Sie ganz herzlich ein, dabei zu sein und uns zu unterstützen", forderte Barbara Ludwig die Zuschauer auf, weitere Ideen beizusteuern.
Vier Projekte wurden schon etwas konkreter präsentiert:
Wie funktioniert eine Stadt?
Unter dem Titel "Wie funktioniert eine Stadt?" wollen Mitarbeiter und Studierende des Instituts für Politikwissenschaft der TU an Gymnasien herantreten, um 15- bis 17-Jährigen bei Projekttagen und Exkursionen den Arbeitsalltag im Rathaus verständlich zu machen. Den Abschluss soll eine von den jungen Leuten nachgespielte Stadtratssitzung bilden.
Twitter-Wall Der Forschungsbereich Wirtschaftsinformatik der TU will Chemnitzer im Internet Twitter - das sind Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen - mit Ideen zum Thema "Chemnitz 2030" schreiben lassen, die auf einer Großbildleinwand auf dem Markt zu lesen sind. Wer sich mit Twittern nicht auskennt, dem helfen Studenten dabei an einem Terminal neben der Leinwand.
Bücherschrank für alle
"Ein Bücherschrank für alle Chemnitzer" ist eine private Idee von Gabriele Einmahl. Die 54-jährige Sozialpädagogin ruft alle Einwohner auf, Bücher in einen öffentlichen Bücherschrank, der am Tietz stehen soll, zu legen und sich selbst daraus zu bedienen.
Chemnitz trommelt
Für das Trommelprojekt wollen Sportmediziner der TU Künstler wie Herbert Grönemeyer, Xavier Neidoo oder die Band Silbermond nach Chemnitz holen, um während ihrer Auftritte zu messen, wie anstrengend Musik machen ist. Und dann sollen sich möglichst viele Chemnitzer "gesund trommeln".


