Der Münchener Arno Hübner (links) will in das Haus Fürstenstraße 50 investieren. Vor der Sanierung sucht er Rat bei Eckhard Heumeyer vom Verein Stadthalten.
Foto: Andreas Seidel
Investoren aus aller Welt wollen Sonnenberg-Häuser kaufen
Seit 2010 ist das Interesse für den Stadtteil gestiegen
Chemnitz. Chemnitz. Der Markt für Immobilien auf dem Sonnenberg floriert. Allein im vorigen Jahr wechselten zwölf Häuser aus dem Eigentum des städtischen Großvermieters GGG und von Privateigentümern an der Fürsten-, Jacob-, Zieten-, Pestalozzi- und Körnerstraße die Besitzer. Nach Informationen des Vereines Stadthalten wollen Investoren bis Ende 2011 bis zu 20 weitere Objekte erwerben, um mit deren Sanierung zu beginnen.
Bestätigt werden diese Angaben vom Dresdner Investorenberater Horst Schreyer. Er nimmt regelmäßig am Sonnenberg-Investorentreff teil, der vom Verein Stadthalten organisiert wird. "Ich werde am Dienstag mit amerikanischen Interessenten auf dem Sonnenberg sein. Sie und andere Interessenten haben mir signalisiert, noch 2011 etwa zehn Häuser auf dem Sonnenberg erwerben zu wollen. Es könnten aber auch 20 Häuser werden", sagte Schreyer. Die ins Auge gefassten Objekte befänden sich an der Fürsten-, Sonnen-, Jakob- und Körnerstraße.
"Nun haben auch Privatleute das Potenzial des Sonnenbergs erkannt", sagte Eckhard Heumeyer vom Verein Stadthalten. Als Vorsitzender des 2008 zur Rettung der Sonnenberg-Bausubstanz gegründeten Vereines sucht er Investoren für leer stehende Objekte im Stadtteil. "Um dabei effektiv zu sein, haben wir den Investorentreff initiiert, bei dem über Möglichkeiten der Sanierung und Umnutzung von Objekten geredet wird", sagte Heumeyer.
Über diesen Weg kam auch der Münchner Investor Arno Hübner zum Sonnenberg. Er kaufte Häuser an der Fürsten- und Pestalozzistraße. "Ich werde in den nächsten Monaten nach Chemnitz in die Fürstenstraße ziehen, weil ich mich hier vor Ort um die Sanierung der Häuser kümmern möchte", sagte Hübner.
Nach Angaben von Eckhard Heumeyer kommen Kaufinteressenten für die Sonnenberg-Häuser nicht nur aus Deutschland, sondern mittlerweile sogar aus Holland und den Vereinigten Staaten. Er betrachtet das Kaufinteresse auch als Erfolg der Vereinsarbeit, zu der neben dem ersten Chemnitzer Wächterhaus-Projekt an der Zietenstraße 70 auch die Straßengalerie, der derzeitige Schreibwettbewerb und die Plakataktion für den Sonnenberg zählen.
Stadtplaner Börries Butenop bezeichnete die Entwicklung im Viertel als Erfolg: "Die Stadt hat hier kontinuierlich in Strukturmaßnahmen investiert, um den Stadtteil aufzuwerten. Nun tragen die Bemühungen Früchte." Baubürgermeisterin Petra Wesseler sagte: "Es ist gut, dass hier wieder optimistisch in die Zukunft geblickt wird ."
Laut Angaben des Amtes für Baukoordination flossen seit 1990 rund 45 Millionen Euro in Sonnenberg-Strukturmaßnahmen. Dazu zählen der Bau von Spiel- und Sportplätzen, die Sanierung von Schulen und Kindergärten sowie von Parks. Beispiele dafür sind die "Bunten Gärten" an der Augustusburger Straße und die Neugestaltung des Körnerplatzes.



16:17 Uhr
Exilchemnitzer: Das dürfte dann wohl der endgültige Todesstoß für den Sonnenberg sein, anders kann man es leider nicht sagen. Warum spricht man von ausländischen "Investoren"? Ausländische HEUSCHRECKEN vom Schlage Beate Erste, Deutsche Anning trifft es wohl eher! Die haben letztlich nur den Profit im Kopf und nicht den Erhalt der Bausubstanz! Und sowas verkaufen die Verantwortlichen im Chemnitzer Rathaus auch noch als "Erfolgsmeldung"!!!! Tja, im Osten nichts neues, leider. Rest in peace Sonnenberg!