Jürgen Klingelhöfer.Foto: Ronny Rozum/Archiv
Klinikum schafft erneut US-Krankenhaus-Tüv
Städtisches Tochterunternehmen als dritte Klinik weltweit zum vierten Mal bewertet - Geschäftsführung: Enorme Leistung aller Mitarbeiter
Chemnitz. Chemnitz. Das Städtische Klinikum Chemnitz hat nach eigenen Angaben als zweites Krankenhaus in Europa zum vierten Mal nach 2001, 2004 und 2007 die Qualitätsprüfung nach den internationalen Kriterien geschafft. Die Zertifizierung durch die Joint Commission International gilt als Klinik-Tüv nach US-amerikanischen Standards. Die Gutachter hätten die Empfehlung für die neuerliche Zertifizierung ausgesprochen, teilte das Unternehmen mit. Diesen Status hätten vor dem Klinikum Chemnitz bislang lediglich eine Klinik in Marbella (Spanien) sowie in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) erlangen können, heißt es in einer Erklärung der Klinik.
Fünf Tage lang hatte das Team aus den USA die drei Standorte des Klinikums an der Flemmingstraße, Dresdner Straße und im Küchwald begutachtet. Sie informierten sich über die medizinische und pflegerische Versorgung, über die technische Ausstattung und die Verwaltung des kommunalen Krankenhaus-Konzerns. Dem Klinikum Chemnitz sei bescheinigt worden, teilt das Unternehmen mit, als erstes Krankenhaus weltweit die sechs Sicherheitsziele für Patienten zu 100 Prozent erfüllt zu haben. Dazu zählen die korrekte Patientenidentifizierung, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, die Sicherheit von Risiko-Medikamenten, die Sicherstellung von Operationen an der richtigen Stelle, mittels des richtigen Verfahrens und am richtigen Patienten, die Verringerung von Krankenhausinfektionen sowie die Verringerungen des Verletzungsrisikos der Patienten durch Stürze.
"Wir sind glücklich über diese Empfehlung. Und wir dürfen sie als besondere Wertschätzung für die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen", sagte Klinikums-Geschäftsführer Jürgen Klingelhöfer. Alle Mitarbeiter hätten eine "enorme Leistung" gezeigt.
Joint Commission International ist eine unabhängige, nicht profitorientierte Organisation, die Standards festlegt, nach denen die Qualität von Gesundheitseinrichtungen bewertet wird. Sie entstand 1951 durch die Fusion mehrerer amerikanischer Klinikvereinigungen.
Nach Angaben der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft (DKG) gebe es auch in Deutschland eine Organisation, die Qualitätsstandards von Kliniken bewertet. "Sie ist aber nicht international anerkannt", sagte DKG-Sprecher Moritz Quiske der "Freien Presse". Da die Krankenkassen aber forderten, Qualitätsprüfungen nach internationalen Kriterien durchzuführen, sei die Zertifizierung durch die US-Organisation wichtig. "Vor allem im Hinblick auf eine mögliche Öffnung des Krankenhauses für Patienten aus dem Ausland kann die Bewertung durch Joint Commission sinnvoll sein", so Quiske.


