Lichtenau verdoppelt Jugendhilfe
Jugendtreff in Oberlichtenau und Haus Kontakt Auerswalde erhalten 42.000 Euro aus der Gemeindekasse
Lichtenau.
Lichtenau. Während der Landkreis Mittelsachsen Gelder für die Jugendarbeit streichen will, verdoppelt die Gemeinde Lichtenau ihre Zuschüsse für die Jugendarbeit. Erhält das Personal in den beiden Jugendklubs im DRK-Kinder- und Jugendtreff Oberlichtenau und im Haus Kontakt in Auerswalde in diesem Jahr 16.000 Euro, so sind es nächstes Jahr 32.000 Euro.
"Damit kompensieren wir die geplanten Streichungen durch den Landkreis Mittelsachsen", begründete Bürgermeister Michael Pollok (parteilos) den Schritt. Am Montagabend stimmten die Gemeinderäte einem Eckwertbeschluss mehrheitlich zu. Demnach werden an Sachkostenzuschüssen wie bisher insgesamt 10.000 Euro gezahlt. Geht es nach den Plänen der Landkreisverwaltung, so soll es keine hauptamtlichen Fachkräfte mehr in Jugendeinrichtungen von Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern geben. Die Gemeinde Lichtenau hat knapp 7700 Einwohner, trotzdem werden drastische Einsparungen erwartet.
Außerdem wollen die Lichtenauer die Gebühren für die Feuerwehren, Kindertagesstätten und Horte sowie Bücherei, Bestattung, im Sommerbad Garnsdorf und nötige Dienstleistungen in der Verwaltung konstant halten. Auch die Hebesätze für die Grundsteuer sollen beibehalten werden. Grundsteuer wird auf Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung erhoben.
Der Hebesatz für die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Nutzung soll weiterhin 270 Prozent und der für die Grundsteuer B für bebaute und unbebaute Grundstücke 410 Prozent betragen. In Chemnitz beispielsweise besteht für die Grundsteuer A seit 1996 unverändert ein Hebesatz von 300 Prozent. Für die Grundsteuer B gilt seit dem Jahr 2007 ein Hebesatz von 475 Prozent. Angesichts der Finanzknappheit ist eine Erhöhung des Hebesatzes geplant.
Kämmerin Carmen Herberger hatte Eckdaten des Haushaltes vorgestellt. Größte Posten seien der Bau und die Ausstattung der Mittelschule und der Turnhalle mit rund
2,7 Millionen Euro, der Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet für rund 250.000 Euro, der Bau der Straße Obere Siedlung in Auerswalde sowie die Bewerbung zur Landesgartenschau 2015 für rund 700.000 Euro. Rund 40 Investitionen sind geplant.
Ziel sei es, für die meisten Vorhaben Fördermittel zu erhalten, sagte Pollok. Priorität hätten alle Vorhaben im Kinder- und Jugendbereich. Im November soll der Haushaltsplan für 2011 verabschiedet werden. Gehofft wird
außerdem, dass 2011 an den Freistaat keine so genannte Reichensteuer wegen der guten Haushaltslage zu zahlen ist. In diesem Jahr mussten dafür bereits 432.000 Euro abgeführt werden.


