Olaf Gesse, Mitarbeiter einer Reinigungsfirma, säubert den Rand des 25-Meter-Beckens, um das neue Fliesen verlegt wurden.
Foto: Andreas Seidel
Limbomar startet in neue Saison
Neue Fliesen wurden gelegt und eine modernde Heizanlage installiert
Limbach-Oberfrohna. In den vergangenen drei Wochen hatten die Handwerker im Freizeitbad Limbomar das Sagen. Die Sommerpause wurde traditionell für Modernisierungsmaßnahmen genutzt. Dieses Jahr wurden um das große 25-Meter-Schwimmbecken neue Fliesen verlegt. Deren Oberfläche soll rutschfest sein, sogar für Barfüßler, betont Dirk Schuler. Als Eigenbetriebsleiter ist er seit zwei Jahren für die wirtschaftlichen Belange der Einrichtung zuständig.
Etwa 130.000 Euro habe man in den vergangenen Tagen investiert, sagt Schuler. Neben dem Fußboden sei der größte Teil des Geldes in Energiesparmaßnahmen geflossen. Die alten Scheinwerfer in den Becken wurden durch verbrauchsarme Leuchtdioden ausgetauscht und zwei alte Heizgeräte entfernt. In den nächsten Wochen soll ein neues Blockheizkraftwerk eingebaut werden, das neben der Wärmegewinnung auch Strom erzeugen kann. Es soll zusammen mit einer Gastherme das Wasser erwärmen und den Saunagästen kräftig einheizen.
480.000 Euro gibt das Limbomar jährlich für Energiekosten aus, neben den Personalkosten der größte Posten. Strom und Gas würden stets im Voraus zu einem festen Preis gekauft - um Preisschwankungen nicht ausgeliefert zu sein, erklärt Schuler. "Der jetzige Vertrag läuft über vier Jahre, da hatten wir Glück, weil die Preise gestiegen sind. Aber den nächsten Vertrag werden wir nur über zwei Jahre laufen lassen. Man weiß vorher nie, wohin sich die Preise entwickeln."
Mit der neuen Unterwasserbeleuchtung und der modernen Heizung hofft der Betriebsleiter, in Zukunft 20.000 Euro einsparen zu können. Beim Senken des Energieverbrauchs hilft ihm auch ein Computer. Er sorgt dafür, dass im Limbomar zu einem Zeitpunkt nicht zu viel Leistung gezogen und damit nicht mehr Strom als vorgesehen verbraucht wird. Whirlpool, Sprudelliegen, Massagebucht und Schwallbrause - alles wird nacheinander eingeschaltet und läuft nicht gleichzeitig, sagt Schuler. "Unsere Stammgäste wissen schon genau, was als nächstes kommt."
Für jeden Besucher muss laut einer Norm für öffentliche Bäder mindestens 30 Liter Frischwasser zugeführt werden, wobei die Anzahl der Gäste über die Wasserverdrängung festgestellt wird. Zudem wird das Wasser eines Beckens, im 25-Meter-Bassin sind es 500.000 Liter, fortlaufend durch eine Filteranlage gepumpt, die sich ein Stockwerk tiefer befindet. "Das Wasser darf nicht stehen. Innerhalb von vier Stunden ist es einmal umgewälzt", erklärt Techniker Lothar Hentschel. Beim Whirlpool und bei den kleinen Becken laufe das noch schneller.
Hentschel ist ausgebildeter Schwimm-Meister - ein Beruf, der die Kenntnisse eines Rettungsschwimmers, eines Pädagogen und eines Technikers verbindet. Morgens beginnt er seinen Dienst mit einem Rundgang durch die unterirdischen Anlagen, die den Badegästen verschlossen bleiben. Stimmt der Chlorgehalt, der Härtegrad der Wassers und der ph-Wert, der den Säurecharakter angibt? Das alles kann er an Messgeräten ablesen, die an Sensoren angeschossen sind. Die Beimischung der nötigen chemischen Zusatzstoffe wird anhand von Messergebnissen automatisch geregelt.
Der Reinigungskreislauf beginnt, wenn das Wasser über den Beckenrand schwappt. Zuerst fließt es in einen mechanischen Filter. Dort fischt Hentschel manchmal Schmuck wie beispielsweise Goldketten heraus. Das Herzstück des Kreislaufs ist ein Becken mit 22 Filterplatten. In diesen Platten wird das Wasser durch eine Absorptionsschicht, die aus den Stoffen Kieselgur und Aktivkohle besteht, angesaugt, von Rückständen gereinigt und desinfiziert. Danach fließt es am Boden zurück in das Bassin.
Das 25-Meter-Becken komplett ablassen, das passiert nur einmal im Jahr. Zu Beginn der Schließzeit im Sommer kommen Feuerwehren und pumpen es leer. Das war zuletzt am 11. Juli. Jetzt ist das Becken wieder frisch gefüllt.


