Mit den Säuberungs- und Aufräumarbeiten hat Malerin Martina Schubert in ihrem Atelier in Auerswalde begonnen.
Foto: Andreas Seidel
Malerin macht weiter
Nach Brandkatastrophe neue Ausstellung - Toter in Auerswalde noch nicht identifiziert
Lichtenau. Lichtenau. Rot-weißes Absperrband der Polizei und Gefahrenhinweisschilder verriegeln noch immer großräumig das Gebiet rund um das Grundstück der Auerswalder Malerin Martina Schubert. Ihr Wohnhaus steht unmittelbar neben der am 1. März explodierten Scheune des Chemnitzer Waffenhändlers und Munitionsfabrikanten Frank B. Die Leiche eines Mannes war in den Trümmern gefunden worden. "Das endgültige Obduktionsergebnis liegt noch nicht vor", sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel am Donnerstag. Aber es spreche bisher alles dafür, dass es sich bei der Leiche um den 64-jährigen Mann handle, da dieser sich allein im Haus befunden habe.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat inzwischen mit Minensuchgeräten die Gebäude auf Munitionsreste kontrolliert. "So kann ich jetzt mit Aufräumarbeiten im Grundstück beginnen", so Martina Schubert, die bei Freunden untergekommen ist. Das Auflesen der Munitionsrückstände müsse vorher der für den Schaden verantwortliche Nachbar oder Angehörige selbst übernehmen. Über 600.000 Stück Munition, Waffen und sonstiges Militärmaterial sollen laut Polizei in der Scheune direkt neben Wohnhäusern gelagert worden sein. Der ebenfalls auf dem Vierseithof wohnhafte 33-jährige Mitgeschäftsführer der in Chemnitz gemeldeten Munitionsfabrik habe nach eigener Angabe nichts von den Munitionslagerungen seines Vaters Frank B. gewusst. Auch das angrenzende Atelier der Malerin ist zerstört: "Durch die Explosion hat es die Dachziegel abgedeckt sowie Türen und Fenster herausgerissen. Das Ateliergebäude ist nun einsturzgefährdet."
An einen Wiedereinzug ist derzeit noch nicht zu denken - überall liegen noch Munition, zertrümmerte Fensterscheiben und heruntergefallener Mauerputz. Kraft findet die Künstlerin durch den Zuspruch von zahlreichen Einwohnern von Lichtenau. Man habe ihr schon mehrfach Hilfe angeboten, Geld und tröstende Worte gespendet. "Ich danke den Männern der Feuerwehr und den Ersthelfern, die unter Einsatz ihres Lebens den Brand bekämpft haben", sagte Martina Schubert. Verarbeiten will sie den Schock durch ihre Kunst. So soll sich eine ihrer kommenden Ausstellungen unter dem Thema "(K)ein Restrisiko" mit dem Unglückstag beschäftigen,.
Anwohner wie Johannes Hoyer haben indes Angst, dass es erneut zu einem Brand kommen könne. Denn die Ursache sei noch immer nicht aufgeklärt. (mit KOSC)


