Für den neuen Strom- und Gas-Konzern Eins-Energie haben die Pop-Veteranen von Geier Sturzflug einen ihrer Hits mit einem neuen Text versehen. Am Dienstag wurde das Lied der Öffentlichkeit präsentiert.
Foto: Fabian Mattern
Pop-Veteranen vertonen Versorger-Fusion
Neuer Chemnitzer Strom-Riese Eins-Energie präsentiert sich erstmals der Öffentlichkeit
Chemnitz.
Chemnitz. Für die Präsentation seines Markenauftritts hat sich der neue Chemnitzer Strom- und Gas-Riese Eins-Energie einiges einfallen lassen. Das aus dem Zusammenschluss von Stadtwerken und Erdgas Südsachsen entstandene Unternehmen hatte am Dienstag alle 1170 Mitarbeiter ins Wasserschloß Klaffenbach eingeladen.
Auf einer überdachten Bühne im Schlosshof informierten die Geschäftsführer vor einer Videoleinwand zum Stand der Fusion, präsentierten das neue Firmenlogo und überraschten die Belegschaft mit einem Kurzauftritt der Popgruppe Geier Sturzflug (größter Hit 1983: "Wir steigern das Bruttosozialprodukt").
Die Veteranen der Neuen Deutschen Welle hatten für den Strom- und Gas-Konzern einen ihrer Hits mit einem neuen Text versehen. Darin heißt es unter anderem: "Wir haben jetzt die Power/und setzen Sachsen unter Strom/und wir erfrischen ohne Ende/die ganze Stadt und die Region." Die Mitarbeiter sangen und klatschen begeistert mit - offenbar kam die etwas holprige Poesie an.
Zuvor hatten die Geschäftsführer Andreas Hennig (Technik), Peter Bossert (Personal) sowie Reiner Gebhardt (Einkauf und Vertrieb) das Firmenlogo des neuen Konzerns vorgestellt, in dem sich die Farben der beiden bisherigen Unternehmen wiederfinden - das Hellblau symbolisiert die früheren Stadtwerke, das Orange die bisherige Erdgas Südsachsen GmbH. Der vierte Geschäftsführer Gerhard Flederer, der künftig für die Buchhaltung zuständig sein wird, war nicht mit in Klaffenbach, weil er derzeit im Urlaub weilt. Ob das Unternehmen auch perspektivisch von vier Geschäftsführern geführt wird, ist allerdings fraglich: Der 67-jährige Bossert hat gestern bereits angekündigt, dass er seinen Ende Mai 2011 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.
Wie teuer Namensfindung, Firmenlogo und gestrige Präsentation letztlich zu Buche schlagen, wollte Unternehmenssprecherin Carola Wulst trotz Nachfrage nicht verraten. Fest steht, dass der Unternehmensname Eins-Energie und der Markenauftritt von einer Berliner Werbeagentur entwickelt wurden. Nach "Freie Presse"-Informationen hatte der Energiedienstleister insgesamt fünf Agenturen im Bundesgebiet um ein Angebot gebeten - darunter war auch eine Chemnitzer Agentur, die aber letztlich nicht den Zuschlag erhielt.


