Zwei Männer durch Stromschlag verletzt
Bauarbeiten in Burgstädter Betrieb enden tragisch - Burgstädt und Taura zwei Stunden ohne Strom
Burgstädt, Stromschlag, Bauarbeiter, Hänflingsberg, . Burgstädt. Zwei Mitarbeiter eines Transport- und Landwirtschaftsbetriebes sind Donnerstagnachmittag durch einen Stromschlag bei Bauarbeiten im Firmengelände am Hänflingsberg verletzt worden. Ein 60-Jähriger musste mit schweren Verletzungen im Gesicht mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Leipzig gebracht werden. Lebensgefahr besteht nicht.
Sein 57-jähriger Kollege trug leichte Verbrennungen davon. Die beiden Arbeiter hatten bei der Reparatur eines Zaunes ein Stromkabel beschädigt. Durch diese Havarie war die Stromversorgung in ganz Burgstädt und Teilen von Taura für zwei Stunden unterbrochen. Gegen 15.30 Uhr waren wieder alle Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Betriebe der 968 Kunden am Netz, erklärte Stefan Buscher, Sprecher des Netzbetreibers Envia-M. Die Polizei hat die Ermittlungen zu diesem Arbeitsunfall aufgenommen, bestätigte Sprecherin Heidi Hennig. Den Schaden konnte sie noch nicht beziffern.
"Es war einfach schrecklich", schilderte Sören Rose, Geschäftsführer des Betriebes, den Vorfall. Die beiden Mitarbeiter wollten die alten Zaunsäulen austauschen und neue setzen, sie hatten Löcher gegraben. "Dabei haben sie dann die Starkstromleitung von 10.000 Volt getroffen", sagte er. Bei Envia-M sei die Störung um 13.35 Uhr eingegangen, erklärte Buscher. Im Boden habe sich eine Mittelspannungsleitung befunden. Damit werden Ströme mit einer elektrischen Spannung zwischen 1000 bis 50.000 Volt übertragen. Envia-M habe das Kabel auf eine andere Mittelspannungsleitung umgeschaltet, sodass der Strom gegen 15.30 Uhr wieder in den betroffenen Haushalten von Burgstädt und Taura anlag. Die Reparaturarbeiten dauern an, sagte Buscher. Wann sie abgeschlossen sind, konnte er noch nicht sagen.
Erst im Juni war es zu mehreren Stromausfällen in Chemnitz, Taura, Mittweida und Umgebung gekommen. Witterungsbedingte Einflüsse wie Blitzeinschläge waren laut Buscher die Ursache. So auch in Taura, wo ein Isolationsversagen den Defekt auslöste und die Stromleitung lahmlegte. Der Vorfall am Donnerstag in Burgstädt sei damit nicht zu erklären. "Bei Schachtarbeiten kommt es immer wieder mal zu Beschädigungen", meinte der Envia-M-Sprecher. Wichtig sei, so erklärte Uwe Kramer, Chef der Netzregion Südsachsen von Envia-M, dass jeder, der Tiefbauarbeiten ausführen will, sich vorab umfassend über das Vorhandensein unterirdischer Versorgungsleitungen erkundigt.
"Da wir keine Tiefbauarbeiten durchgeführt haben, sondern lediglich die alten Zaunsäulen erneuern wollten, haben wir keine weiteren Erkundigungen eingezogen. Wir wussten nicht, dass hier ein Stromkabel entlang geht", erklärte der zweite Geschäftsführer Martin Weidner auf Nachfrage.


