Rund 700 Solarworld-Mitarbeiter aus Freiberg und Bonn demonstrieren in Berlin. Rund 700 Solarworld-Mitarbeiter aus Freiberg und Bonn demonstrierten am Montag in Berlin.

Foto: Detlev Müller

Die Sonne hat mitgekämpft

700 Solarworld-Mitarbeiter aus Freiberg und Bonn demonstrieren in Berlin

Berlin/Freiberg. Mehr als 600 Mitarbeiter der Solarworld in Freiberg haben am Montag in Berlin gegen die Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Solarstromförderung protestiert. Mit großen Bannern zogen sie gemeinsam mit etwa 100 Kollegen aus dem Bonner Mutterkonzern vor das Brandenburger Tor. Sprüche wie "Unsere Zukunft stahlt im Himmel, eure im Endlager" oder "Schwarz-Gelb ist endlich, die Sonne nicht" sollten die Empörung in Worte fassen. Etwa 20.000 Menschen, Mitarbeiter von Solartechnikherstellern und -installateuren, Gewerkschaften und Mitglieder von Umweltverbänden, waren nach Berlin gereist, die Solarworld-Mitarbeiter stellten eine der größten Gruppen.

"Die Sonne kämpft mit. Die Leute sind hoch motiviert", erklärte Solarworld-Konzernsprecher Milan Nitzschke am Montagnachmittag auf der Demo. Besonders kämpferisch habe sich der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel in seiner Rede gezeigt: So wie die Kürzungen jetzt vorgesehen seien, gehe es nicht. Diesem Tenor schlossen sich die anderen Redner wie Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, DGB-Bundesvorstand Dietmar Hexel und Linke-Fraktionschef Gregor Gysi an.

Kritiker sprechen derzeit von 350.000 Arbeitsplätzen, die wegen der Kürzungen in Deutschland gefährdet seien. "Es geht nicht nur darum, dass die Einspeisevergütung radikal gekürzt wird, damit wird auch die Energiewende insgesamt infrage gestellt", stimmte Claudia Hanisch, Pressereferentin bei Solarworld, zu. Die Regierung breche damit ihr Wahlversprechen. "Ziel war es ursprünglich, bis 2020 25 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien zu beziehen, davon sollte die Solarenergie einen Anteil von zwölf Prozent haben."

Auch die über 1800 Beschäftigten am Freiberger Standort der Solarworld AG bangen nun um ihre Jobs. Denn die Konkurrenz sitzt in China. Im Zuge des harten Wettbewerbs sanken die Preise für Fotovoltaikanlagen massiv. In China wird Solarstrom mit umgerechnet 83Cent pro Kilowattstunde vergütet. Die Kosten übernimmt direkt der Staat. In Deutschland gibt es momentan durchschnittlich 24,43 Cent pro Kilowattstunde, allerdings auf den Endverbraucher umgelegt. Laut Bundesverband Solarwirtschaft sparen die Haushalte durch die nun geplanten Kürzungen nur 30 (2012 und 2013) bis 60 Cent (2014 bis 2016) pro Monat. Nach aktuellen Repräsentativbefragungen des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid lehnen zwei Drittel der Bundesbürger die Kürzungspläne der Bundesregierung ab.

Grund für die drastischen Einschnitte: Die Netzkapazitäten in Deutschland kommen an ihre Grenzen. Deswegen wollte die Bundesregierung die jährliche Neuerrichtung auf 3500 Megawatt begrenzen, im Rekordjahr 2011 lag dieser Wert bei 7500 Megawatt.

Für Konzernsprecher Nitzschke ist das "salopp gesagt Quatsch". Wichtig sei vielmehr, die erneuerbaren Energien zu integrieren und intelligente Netzsysteme zu schaffen. "Das ist eine Gestaltungsaufgabe bei der Energiewende."

 
erschienen am 05.03.2012 ( Von Ute George )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)
Das könnte Sie auch interessieren

 
 
 
Themen
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Chemnitz
Mo

17 °C
Di

17 °C
Mi

13 °C
Do

13 °C
Fr

11 °C
präsentiert von
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte von Annaberg bis Zwickau finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
Unsere Partner
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
Blumen versenden

Traumhafte Frühlingszeit

Machen Sie einem lieben Menschen eine Freude und überraschen Sie ihn mit schönen Frühlingsblumen.

weiter lesen