Hobbyfotograf und Wetterbeobachter Bernd März aus Sehma. Dank moderner Technik ist er schnell zur Stelle, wenn irgendwo in der Region ein Unwetter heraufzieht.
Foto: Brigitte Streek
Blitz und Donner auf der Spur
Bernd März hat ein Faible für Wetterphänomene und fotografiert leidenschaftlich gern
Sehma. Sehma. Meteorologen, Klima-Forscher und Hobby-Wetterfrösche diskutieren noch bis Samstag auf dem 5. Extremwetterkongress in Bremerhaven über spektakuläre Wetter- ereignisse in Ballungsräumen und die in Zukunft zu erwartenden Folgen und Veränderungen. Aus dem Erzgebirge hat sich Bernd März aus Sehma auf den gut 600 Kilometer langen Weg an die Küste gemacht. Bereits zum vierten Mal nimmt der 24-Jährige an dem Kongress teil. Denn Wetterphänomene sind seit vielen Jahren seine Leidenschaft.
Seit 2005 gehört der gelernte Werkzeugmechaniker dem Verein Skywarn an, einer Vereinigung ehrenamtlicher Wetterbeobachter, die kurzfristig und auf Ortsebene vor unmittelbar bevorstehenden Unwettern warnt. Ihre Daten melden sie über eine vereinseigene zentrale Rufnummer und dann werden diese an Behörden, Rettungsleitstellen und Medien weitergeleitet. "Somit kann die Bevölkerung ziemlich genau vor drohenden Unwettern gewarnt werden", erläutert Bernd März. Wie alle Skywarn-Beobachter hat er eine Ausbildung in Gewitterkunde absolviert und kann daher ziemlich genau beurteilen, wo am Himmel sich etwas zusammenbraut.
Das kommt auch seinem zweiten Hobby zugute, der Landschafts- und Wetterfotografie. Egal ob bizarre Naturgebilde aus Schnee, Eis und Raureif auf dem Fichtelberg, Inversionswetterlagen überm Erzgebirgskamm oder gewaltige Blitze, die auf Annaberg-Buchholz hernieder- gehen - mit seiner Kamera hat er schon so manches Naturschauspiel festgehalten. Wenn's sein muss, schlägt er sich dafür Nächte um die Ohren, verbringt Stunden an einem einzigen Aussichtspunkt oder fährt mit dem Auto Tornados hinterher, wie sie auch im Erzgebirge gelegentlich auftauchen. "Anschließend geht's retour, auf der Suche nach Schäden", erzählt der 24-Jährige.
Was es da zu sehen gibt, lässt auch ihn gelegentlich noch staunen. Etwa als sich im Frühjahr 2008 bei Elterlein Hagelkörner kniehoch auftürmten oder im Frühjahr 2009 Teile Gelenaus binnen Minuten unter Wasser standen. Bernd März' Videoaufnahmen davon waren Stunden später im Fernsehen zu sehen. Kein Wunder, steht er doch auch mit einigen prominenten Medien-Meteorologen in Kontakt - von Donald Bäcker (ARD) bis Christian Häckl (RTL).


