Bierprobe Braumeister Heinz Markert (l.) - mit dem Inhaber der Firma, Axel Specht - wirft im Sudhaus einen prüfenden Blick auf eine Bierprobe. Heinz Markert arbeitet bereits seit 1974 im Ehrenfriedersdorfer Familienunternehmen.

Foto: Brigitte Streek

Brauerei Specht produziert fast soviel Bier wie vor der Wende

Familienfirma liefert seit über 60 Jahren Gerstensaft aus

Ehrenfriedersdorf. Was vielen kleinen Brauereien nach der Wende nicht gelungen ist, hat die Specht-Brauerei in Ehrenfriedersdorf geschafft: Mit einer Jahresmenge von knapp 10.000 Hektolitern produziert sie fast genauso viel Bier wie zu DDR-Zeiten. "Dass wir uns auf diesem schwierigen Markt erfolgreich behaupten können, ist in erster Linie dem Einsatz meines Vaters Gerd Specht zu verdanken", sagt Sohn Axel, der mit dem Vater gemeinsam die Geschicke des Unternehmens leitet: "Er hat dafür gesorgt, dass Jahr für Jahr in die Ausstattung der Brauerei investiert wurde, sodass wir heute technisch auf dem neuesten Stand sind."

Sechs Sorten Gerstensaft

Insgesamt sechs verschiedene Biersorten werden in der Specht-Brauerei hergestellt. Am beliebtesten sind nach den Worten von Axel Specht das helle Bockbier und der "Schwarze Specht". Bis der Gerstensaft in der Flasche oder im Fass landet, dauert es rund sechs Wochen. Grundlage für die gleich bleibend hohe Qualität der Specht-Biere sind nach den Erfahrungen des 42-jährigen Geschäftsführers die Zutaten: Das Wasser kommt aus einem Brunnen im Greifensteingebiet, der Hopfen von einem Anbaugebiet in der Hallertau, und das Gerstenmalz stammt ebenfalls aus einheimischem Anbau.

"Mit fünf Kilo Hopfen bekommen 5000 Liter Bier die richtige Würze", erklärt der Juniorchef und zeigt die herb duftenden grünen Pellets, die mit Wasser und Malz schon alles sind, was man zum Brauen eines guten Bieres braucht. Dazu kommt bei Specht die Erfahrung aus mehr als 60 Jahren Brauereitradition und ein Stamm von Mitarbeitern, von denen viele ihr ganzes Berufsleben im Familienunternehmen verbringen und so enorme Erfahrung haben.

Reifeprozess braucht Kontrolle

Einer von ihnen ist Heinz Markert. Der Ehrenfriedersdorfer arbeitet seit 1974 im Unternehmen, seit 1980 ist er Braumeister. Er kennt jedes Detail im Produktionsablauf - angefangen bei der richtigen Mischung von Malz und Wasser im Sudhaus bis zur Funktionsweise der Reinigungsanlage für die Pfandflaschen. Besonderes Fingerspitzengefühl braucht man nach seinen Worten für die Betreuung der Aluminiumtanks, in denen bei Temperaturen von etwas über Null Grad der Gerstensaft seinen Reifeprozess vollzieht. Dort nimmt der Braumeister - ähnlich wie ein Winzer - ab und an eine Kostprobe, bis dann schließlich der Tank entleert und das Bier in Flaschen oder Fässer abgefüllt wird.

Moderne Anlage kühlt Bier

"Früher haben die Bauern im Winter Eis gebrochen und in die Brauerei gebracht. Damit wurden die Räume im Sommer kühl gehalten. Die Temperaturregelung erfolgte über einen Luftschacht", berichtet der Braumeister mit Blick auf die moderne Kühlanlage, die zusammen mit dicht isolierten Wänden für eine konstante Temperatur im Inneren des Lagerkellers sorgt.

Getrunken wird das Bier aus der Specht-Brauerei in ganz Sachsen: Laut Axel Specht liefert das Unternehmen bis Dresden, Döbeln und Zwickau. "Wir verzeichnen pro Jahr eine Produktionssteigerung von rund fünf Prozent", so der 42-Jährige.

 
erschienen am 12.09.2011 ( Von Petra Kaden )
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 13.09.2011
    10:30 Uhr

    wundesknie: ja da sieht man es eben, es muß nicht immer Bier aus der binding gesellschaft sein. ein einheimisches schmeckt auch sehr gut . Specht hat wirklich etwas getan, das muß man anerkennen .ich trinke selbst seit den 70ern Specht, aber geschmacklich ist das edle Gesöff jetzt am besten. weiter so

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