Entwicklungskonzept für gesamtes Skigebiet gewünscht

Länderschaukel-Erfinder und Oberwiesenthaler CDU wollen vor der Entscheidung zur Schwebebahn Grundsatzfragen geklärt haben

Oberwiesenthal. Oberwiesenthal. Vor der Stadtratssitzung in einer Woche in Oberwiesenthal, auf der endgültig über die Zukunft der Schwebebahn entschieden werden soll, positionieren sich die ersten Akteure. Noch ist zwar unklar welche Ersatzneubau-Modelle auf der Sitzung am 7. September präsentiert werden und wie teuer diese genau ausfallen, doch stellen die Mitglieder der CDU sowie "Länderschaukel"-Erfinder Lutz Heinrich zuvor schon einmal Überlegungen an, die sich grundsätzlich mit der Situation am Fichtelberg auseinandersetzen und die Sinnhaftigkeit eines Ersatzneubaus an der Schwebebahn generell in Zweifel ziehen.

So wird die CDU im Rat den Antrag stellen, dass die Stadt ein Entwicklungskonzept für das Freizeit- und Skigebiet in Auftrag gibt. Dieses sei notwendig, um auf dessen Grundlage Investitionen in den Tourismus planen zu können. Denn derzeit herrsche eine "diffuse Beschlusssituation" und es fehle an Abstimmungen mit "tangierenden Projektvorhaben", wie es in dem Beschlussantrag heißt.

Eines dieser nach Meinung der CDU unabgestimmten Projekte ist der geplante Ersatzneubau der Schwebebahn. Denn um diesen zu finanzieren - die Stadt hat sich eine Grenze bei den Baukosten von sieben Millionen Euro gesetzt - und wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben, muss die neue Bahn mehr Menschen auf den Gipfel bringen als die alte. Eine Konstellation, die die CDU kritisch sieht: "Eine jetzt geplante Kapazitätserhöhung steigert weder die Qualität, noch die Wirtschaftlichkeit, sondern befördert das Risiko schwindender Auslastungszahlen aller derzeitigen Liftbetreiber."

Eine Einschätzung, zu der unabhängig von der CDU auch Lutz Heinrich gelangt. Der Mann, der hinter der Idee der Länderschaukel steht, hat im Vorfeld der Stadtratssitzung sein eigenes Positionspapier formuliert. In diesem heißt es in Bezug auf den geplanten Ersatzneubau: "Wird die neue Seilbahn mit voller Kapazität betrieben, kommt es zu einer unzumutbaren Überbelastung der Pisten, die am Fichtelberggipfel starten." Auch sieht Heinrich Risiken für die Refinanzierung der Anlage und mögliche Bankkreditierungen. Er glaubt: "Die neue Seilbahn wird wirtschaftlich schwer darstellbar sein, solange die Vierer-Sesselbahn parallel dazu betrieben wird." Durch den Neubau würde die Konkurrenzsituation noch verschärft, was beide Anlagen negativ beeinträchtigt.

Um Oberwiesenthal nach vorn zu bringen und den Tourismus in der Stadt zu entwickeln wünscht sich Heinrich ebenso wie die CDU einen detaillierten Plan für die Zukunft. "Allgemein wäre anzustreben: Einen externen Spezialisten zum Thema Lift- und Skigebietsentwicklung zu binden, der die Planung und Umsetzung eines Liftentwicklungskonzeptes Fichtelberg begleitet sowie eine externe Firma für die Projektentwicklung zu engagieren, die die Planung und Umsetzung für ein Gesamtkonzept übernimmt."

 
erschienen am 29.08.2010 ( Von Daniel Bagehorn )
 
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