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Fichten schmücken die meisten Stuben
Im Forstbezirk Neudorf warten 500 Bäumchen auf neuen Besitzer
Neudorf. Die Gemeine Fichte gilt als der Weihnachtsbaum der Erzgebirger. Das zumindest belegen die Erfahrungswerte, die in den zurückliegenden Jahren im Forstbezirk Neudorf gesammelt wurden. Demnach macht sie mit etwa 70 Prozent den größten Anteil an verkauften Schmuckbäumen aus. Die einzige in Mitteleuropa beheimatete Art der Fichte wird von vielen Kunden als der traditionelle Weihnachtsbaum des Erzgebirges gesehen, sagt Pressesprecherin Claudia Nixdorf.
So sei sie nicht nur in vielen Wohnzimmern, sondern auch auf vielen Terrassen, Balkonen und in zahlreichen Gärten zu finden. Ein möglicher Grund für ihre Beliebtheit: Die Fichte gilt als der preiswerteste Weihnachtsbaum. Nach Angaben des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland (BWS) liegt der Preis in dieser Saison zwischen fünf und sieben Euro pro Meter. Zudem stechen die dunkelgrünen Nadeln der Fichte nur mäßig. Allerdings, verrät ein Blick ins kleine Weihnachtsbaumlexikon, hat sie von allen Arten auch die geringste Haltbarkeit, denn sie nadelt in warmen Räumen schon nach wenigen Tagen.
Insgesamt etwa 500 verschiedene Schmuckbäume werden vor dem diesjährigen Weihnachtsfest im Forstbezirk Neudorf geschlagen, erläutert Claudia Nixdorf. Eine Menge, die in etwa der aus den Vorjahren entspricht. Die Bäume kommen vorwiegend aus den Forstrevieren Oberwiesenthal und Gelenau. "Sie werden aus der Jungwuchspflege gewonnen", so die Forst-Expertin. Generell sei der Anteil der für die Weihnachtsbaumgewinnung angelegten Flächen sehr gering. Statt dessen würden vorwiegend Flächen genutzt, die für die forstliche Produktion ausscheiden - zum Beispiel unter Leitungstrassen.
Bis eine Fichte beispielsweise als Weihnachtsbaum genutzt werden kann, braucht sie zwischen sieben und zwölf Jahren, rechnet Claudia Nixdorf vor. Das ist von der Größe abhängig. Bei den Erzgebirgern am beliebtesten sind Größen zwischen 1,80 Meter und 2,20 Meter, besagen die Erfahrungen der Neudorfer Forstmitarbeiter. Je nach Baumart fallen in den ersten drei bis fünf Jahren jährlich zwei Pflegemaßnahmen an.
Ebenfalls ein Klassiker unter den Weihnachtsbäumen - auch in Annaberg-Buchholz und Umgebung - die Blaufichte: Auch sie gehört zur Angebotspalette in der Forstbaumschule in Kretscham-Rothensehma, der "offiziellen Verkaufsstelle" des Forstbezirkes Neudorf. Die Blaufichte, deren Name wohl von dem blauen Schimmer auf den Baumnadeln herrührt, zeichnet sich laut Baumlexikon durch mittlere Haltbarkeit aus und liegt im Preissegment etwas über der Fichte: zwischen neun und zwölf Euro der Meter. Und ist ein Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen geeignet. Ihr Nachteil: ihre Nadeln stechen stark.
Vergleichsweise gering nimmt sich mit etwa fünf Prozent der Anteil der Weißtannen unter den Weihnachtsbäumen aus. Gar nicht zum Sortiment gehört dagegen die Nordmanntanne, der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen. Sie benötigt zwölf bis fünfzehn Jahre, um Zimmerhöhe zu erreichen. Deshalb ist sie mit Abstand der teuerste Baum: 16 bis 22 Euro gibt der BWS als Preis für den Meter an.
Weihnachtsbaumverkauf
In der Forstbaumschule "Heinrich Cotta" in Kretscham-Rothensehma werden bis zum 22. Dezember Weihnachtsbäume und Schmuckreisig angeboten. Verkaufszeiten sind montags, mittwochs und freitags jeweils 13.30 bis 15.30 Uhr, zusätzlich an den Samstagen 10. und 17. Dezember 9 bis 12.30 Uhr.


