In Pomerode findet derzeit der Wintermarkt statt. Sandra Prochnow Greuel verkauft dort unter anderem selbst gedrechselte Schneemänner. Dazu gibt es Räuchermännchen aus dem Erzgebirge, die ihr der Annaberg-Buchholzer Drechslermeister Jens Breitfeld per Luftpost hat zukommen lassen. Eine Packung veräußert die junge Frau für 12 brasilianische Real. Das entspricht etwa fünf Euro.
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In Brasilien steigt erstes Peremett aschiem
Nach Drechselkurs im Erzgebirge arbeitet Sandra Prochnow Greuel an sechs Meter hoher Pyramide für ihre Heimatstadt Pomerode
Annaberg-Buchholz/Pomerode.
Annaberg-Buchholz/Pomerode. In 129 Tagen ist der 1. Advent. Angesichts der aktuellen Temperaturen hierzulande dürfte das kaum jemanden interessieren. Anders ist das Befinden bei Sandra Prochnow Greuel. Sie kann den 28. November in diesem Jahr kaum mehr erwarten. Und das liegt nicht nur daran, dass sie 10.500 Kilometer weit weg im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina zu Hause ist, wo derzeit der Winter regiert.
Minusgrade oder gar Schnee sind dort allerdings Fremdworte. Die weiße Pracht hat die junge Frau erstmals in ihrem Leben im vergangenen Jahr im Erzgebirge gesehen. Damals absolvierte sie bei Meister Jens Breitfeld in Annaberg-Buchholz einen fast dreimonatigen Schnellkurs im Drechseln. Und der ist nicht ohne "Folgen" geblieben...
Die 35-Jährige hat damit begonnen, eine sechs Meter hohe Weihnachtspyramide für ihre rund 23.000 Einwohner zählende Heimatstadt Pomerode zu bauen. Aufgestellt werden soll sie auf dem Theaterplatz, auf dem sich auch der Weihnachtsmarkt befindet. Um nicht unnötig ins Schwitzen zu geraten, möchte Sandra Prochnow Greuel die Pyramide am liebsten schon Anfang November fertiggestellt haben.
Schließlich soll nichts das für den 1.Advent geplante Peremett aschiem trüben - eine Premiere auf brasilianischem Boden. "Dazu will ich von den erzgebirgischen Traditionen erzählen und die Bedeutung der Pyramide erläutern. Das werden bestimmt tolle Momente sein. Davon schicke ich dann bestimmt ein paar Bilder ins Erzgebirge", verspricht die 35-Jährige.
Bis es soweit ist, liegt aber noch jede Menge Arbeit vor der jungen Frau, die sich inzwischen mit den wichtigsten Utensilien wie Drehbank, Bandsäge, Schleif- und Bohrmaschine ausgestattet hat. Ihre vordergründigste Aufgabe ist es dabei, die insgesamt 17 geplanten Figuren zu drechseln. "Auf die erste Etage kommen sieben Figuren, die jeweils etwa 60 Zentimeter hoch sein werden. Dabei handelt es sich um die Heilige Familie, die drei Könige und einen Tannenbaum. Drei Hirten sowie Schafe sind auf der zweiten Etage geplant. Sie werden jeweils eine Höhe von 45 Zentimetern haben. Auf der dritten und letzten Etage sollen sich drei Engel drehen", sagt Sandra Prochnow Greuel.
Bei der Erstellung habe ihr Jens Breitfeld viel über den E-Mail-Weg geholfen, dem sie dafür sehr dankbar ist. In ihrer Heimat bekommt die junge Frau zudem Unterstützung: zum Beispiel bei der Herstellung des metallischen Gestänges der Pyramide, die die erste und einzige Ortspyramide in ganz Brasilien sein wird. Zudem hilft ihr der Drechsler und Möbeltischler Luís Carlos Carneiro, der im benachbarten Bundesland Paraná geboren ist, inzwischen aber seit 20 Jahren in Pomerode wohnt. Und selbst die stellvertretende Bürgermeisterin von Pomerode, Gladis Knaesel, bringt sich mit ein in die Arbeiten für die Pyramide. "Sie will die Bemalung der Figuren übernehmen", verrät die 35-Jährige.


