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Thomas Sternberg - Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

Foto: Sebastian Willnow/dpa

"Kritisch auf unser heutiges Priesterbild schauen"

Thomas Sternberg, oberster Vertreter der katholischen Laien in Deutschland, über Erfahrungen mit Pfarreifusionen und die Zukunft der Kirche

erschienen am 21.04.2017

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als anerkannte Laienvertretung beobachtet Entwicklungen im gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Leben und berät die Deutsche Bischofskonferenz. Michael Urbach befragte ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg.

"Freie Presse": Welche Erfahrungen haben Sie mit Pfarreifusionen gemacht?

Thomas Sternberg: Die Tendenz zu immer größeren Einheiten, die als Großpfarreien eine Fülle von Gemeinden umfassen, beobachten wir im ZdK mit großer Sorge. Nach unserer Überzeugung muss Gemeinde eine erlebbare Glaubensgemeinschaft sein, ein Ort praktisch geübter Solidarität und gesellschaftlicher wie politischer Verantwortung in einem überschaubaren Umfeld und zwar auch in der räumlichen Nähe. Anders gesagt: Wir wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt. Das deckt sich mit den Wünschen und Erfahrungen der Gläubigen. Die Reduzierung von Gemeinden führt zur Reduzierung von ehrenamtlich aktiven Frauen und Männern. Fusionen führen in der Regel zu einem Verlust von Kirchenbesuchern.

Wie notwendig sind Fusionen? Sehen Sie Alternativen?

Sicher gibt es Orte, an denen die Zahl der Gläubigen so stark zurückgeht, dass ein Gemeindeleben nicht mehr sinnvoll möglich ist. Aber noch ist das die Ausnahme. Keinesfalls darf die Zahl der Priester zum alleinigen und ausschlaggebenden Kriterium für die Zahl der Gemeinden sein. Auch kleine Gemeinden können Orte öffentlich wirksamen, lebendigen Glaubenslebens sein, insbesondere, wenn sie sich für alle Menschen im Umfeld öffnen, wenn sie nicht nur nach innen wirken. Dazu können alle Gläubigen ihren Beitrag leisten.

Laien sollen mehr Verantwortung übernehmen ...

Papst Franziskus betont, dass er davon überzeugt ist, dass die Kirche der Zukunft eine Kirche des ganzen Gottesvolkes sein muss. Die ganz überwiegende Zahl der Gläubigen seien schließlich Laien. Sie lassen die Kirche in der Welt lebendig werden. Dafür können und wollen sie auch Verantwortung übernehmen. Wir im ZdK setzen uns nachdrücklich dafür ein, dass das in unserer Kirche in Zukunft besser möglich wird. Zur Zeit werden in einigen Bistümern neue Formen kollektiver Gemeindeleitung oder allein von "Laien" erprobt, wobei auch hauptamtlich tätige Theologinnen und Theologen als Laien gelten. Das ist gut, verlangt aber auch nach einer Verankerung im Kirchenrecht.

Was müsste sich tun, damit die katholische Kirche als Institution langfristig zukunftsfähig ist?

Der Mangel an Priestern wird sicher zu einem der größten Probleme in unserer Kirche. Wenn die Sakramente und insbesondere die Feier der Eucharistie Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens sind, wie das II. Vatikanische Konzil betont hat, müssen wir überlegen, wie wir mehr Menschen für den priesterlichen Dienst gewinnen können. Dazu müssen wir auch kritisch auf unser heutiges Priesterbild schauen. Wir setzen uns deshalb auch dafür ein, die Zugangsbedingungen zum Priesterberuf zu prüfen. Ein erster Schritt könnte die Weihe bewährter, verheirateter Männer sein. Ausdrücklich setzen wir uns darüber hinaus dafür ein, den Dienst des Diakons auch für Frauen zu öffnen.

 
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