Neues Bildungszentrum verzeichnet großes Interesse
Schere zwischen Schulstandorten geht weiter auseinander - Buchholzer und Scheibenberger Einrichtung verfehlen Anmeldeziel erneut
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Das millionenteure neue Bildungszentrum "Adam Ries" an der Großen Kirchgasse in der Kreisstadt lässt die Schere zwischen den Schulstandorten Annaberg und Buchholz offenbar weiter auseinandergehen. Laut Sächsischer Bildungsagentur wurden an der Mittelschule "Barbara Uthmann", die im Sommer vom gleichnamigen Wohngebiet in die Nachbarschaft der St.-Annen-Kirche zieht, für das kommende Schuljahr 55 Schüler angemeldet. Hingegen ist an der Buchholzer Pestalozzi-Mittelschule die geforderte Mindestzahl von 40 künftigen Fünftklässlern erneut deutlich unterschritten worden. Mit nur 22 Anmeldungen verzeichnete diese zum zweiten Mal in Folge die wenigsten an vergleichbaren staatlichen Einrichtungen im gesamten Erzgebirgskreis. Das letzte Wort über die Klassenbildung hat jedoch die Bildungsagentur. Eltern erfahren bis Mitte Mai, an welcher staatlichen Schule ihr Kind lernen wird. Dafür wurden auch Zweitwünsche erfragt.
Wie die Buchholzer Bildungsstätte blieb die Christian-Lehmann-Mittelschule Scheibenberg mit 25 Anmeldungen ebenso unter dem im sächsischen Schulgesetz festgehaltenen Wert. Es kann wahrscheinlich nur eine fünfte Klasse gebildet werden. 2009 wurde die vorgesehene Zweizügigkeit in der Bergstadt mit 37Kindern noch erreicht. Diese Zahl war aber eine der höchsten der vergangenen Jahre.
Dennoch gehen die Verantwortlichen nicht von einer Gefahr für den Bestand der Häuser aus. Denn das Gesetz lässt Ausnahmen zu. Scheibenbergs Bürgermeister Wolfgang Andersky, der derzeit im Urlaub ist, hatte immer wieder betont, dass er fest an den Erhalt der Bildungseinrichtung glaubt. Er bezieht sich auf eine Aussage von Steffen Flath, der 2007 als sächsischer Kultusminister geäußert hatte, dass es keine weiteren Schließungspläne gibt und die Zahl der öffentlichen Schulen im Freistaat mittelfristig stabil bleiben soll. Zuvor waren auch im Altkreis Annaberg staatliche Häuser dichtgemacht worden, wenn sie mehrfach keine 40 Anmeldungen von neuen Fünftklässlern vorwiesen.
Über einen Spitzenwert konnten sich in diesem Jahr die Verantwortlichen der Ehrenfriedersdorfer Bildungsstätte freuen. An der dortigen staatlichen Mittelschule wurden 64Mädchen und Jungen angemeldet - die meisten im Altkreis Annaberg überhaupt. "Das ist eine stolze Zahl und eine Bestätigung - für uns, aber auch für die Stadt, die viel Geld in die Sanierung der Einrichtung in den vergangenen Jahren investiert hat", sagte Leiterin Barbara Dietze.
Große Freude herrschte auch am Humanistischen Greifenstein-Gymnasium in Thum, das als freie Einrichtung in Trägerschaft eines Vereins betrieben wird. Dort stieg die Zahl der angemeldeten Fünftklässler von 43 im vergangenen Jahr auf 67. "Das war schon überraschend", sagte Schulleiterin Ulrike Bauer. Somit könnten drei fünfte Klassen gebildet werden. Stabil geblieben sind auch die Schülerzahlen der beiden anderen Gymnasien im Altkreis Annaberg. Dabei handelt es sich um die Einrichtung der evangelischen Schulgemeinschaft in freier Trägerschaft (81 Anmeldungen) sowie das staatliche Landkreisgymnasium St.Annen in der Kreisstadt inklusive seiner Außenstelle in Oberwiesenthal (104 Anmeldungen).


